Gustav - Verlass Die Stadt - Cover
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Gustav Verlass Die Stadt


  • Label: Chicks On Speed Records/INDIGO
  • Laufzeit: 51 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Gustav aka Eva Jantschitsch steht seit ihrem Debüt-Album „Rettet Die Wale“ aus dem Jahre 2004 für den etwas anderen Pop-Entwurf. Hier wird u.a. Chanson mit Minimalelektronik, Ambient und Blasmusik gemixt. Und das ist noch nicht mal die ganze Wahrheit. Wer sich bekifft von „Wetten, dass..?“ inspirieren lässt („Neulich Im Kanal“), dem fallen noch ganz andere Dinge ein!

Wenn Gustav mit eindringlicher Stimme Zeilen wie „Hier wird Fleisch zersetzt / Hier werden Knochen freigelegt / Und wenn du nicht kooperierst / Dann werden sie abgesägt“ („Soldatin Oder Veteran“) singt, dann wird klar, dass hier trotz aller Verspieltheit der Protestsong lebendig ist. Gerade deswegen ist es erfrischend, dass auch „Verlass Die Stadt“ in höchstem Maße avantgardistisch ist, dabei aber im Übrigen niemals selbstzweckhaft wirkt. Natürlich bewegt sie sich auf einem schmalen Grad, aber für ein solches Album ist das doch geschenkt: Alleine „Abgesang“, das ultimative Manifest unter den Openern, macht den Weg klar („Ich bekenne mich schuldig / Die Welt tut mir weh“) und konterkariert den Text mit fiebriger Kirmes-Elektronik auf unnachahmliche Weise. Und spätestens beim Titeltrack schließt sich dann der Kreis. So soll es sein. „Bevor die Glut / In dir erlischt / Verlass die Stadt / Die keine ist“.

Ein weiteres Geschenk von Gustav ist „Happy Birthday“. Halt einfach mal kein „HappyPeppyGeseiere“ (Zitat Presseinfo) bei der nächsten Geburtstagsfeier mehr. Können wir ja alle nicht mehr hören! Frau Jantschitsch hat eben auch ein Auge für den Alltag. „Das Leben ist kein Wunschkonzert“, weiß man ja. Die Erinnerung daran ist wichtig, und gerade deswegen ist „Verlass Die Stadt“ so wertvoll.

Anspieltipps:

  • Neulich Im Kanal
  • ifall
  • Verlass Die Stadt

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