Cyndi Lauper - Bring Ya To The Brink - Cover
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Cyndi Lauper Bring Ya To The Brink


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 49 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das letzte Mal, dass ein Cyndi-Lauper-Album ausschließlich aus neuen Songs bestand, ist inzwischen über zehn Jahre (!) her.

Was Madonna und Britney Spears können, kann natürlich auch eine 80er Jahre Pop-Ikone wie Cyndi Lauper, sprich: ihren vermeintlich angestaubten Pop-Sound gegen moderne Dance-Beats auszutauschen und sich von einer Schar angesagter Produzenten und Songschreiber betreuen zu lassen. Für Cyndis neues Album „Bring Ya To The Brink“ übernahmen diesen Job erfahrene Dance-, House- und Electro-Künstler wie Digital Dog, Basement Jaxx, Scumfrog, Dragonette, Axwell und Kleerup – und herausgekommen ist ein überraschendes Album, das Frau Lauper in dieser Konsequenz wohl nur wenige zugetraut hätten.

Das letzte Mal, dass ein Cyndi-Lauper-Album ausschließlich aus neuen Songs bestand, ist inzwischen über zehn Jahre (!) her („Sisters Of Avalon“, 1997). Auf „At Last” (2003) coverte die Sängerin ein Dutzend Klassiker der Popgeschichte und „The Body Acustic“ (2006) präsentierte ihre eigenen Hits in neuen Arrangements. Nicht mitgerechnet ist „Shine“ (2004), das aus nicht nachvollziehbaren Gründen nur in Japan auf den Markt kam und dort floppte. Es wurde also langsam Zeit für wirklich neues Material.

Hier ist es! Und die erste Lektion für den Hörer von „Bring Ya To The Brink“ ist: Es muss nicht immer Timbaland sein, wenn die musikalische Ausrichtung in Dancefloor-Regionen geht. So überraschen viele Songs mit ihrer Affinität zum europäischen Dance-Sound („Into the nightlife“, „Echo“, „Same ol‘ story“, „Raging storm“), dem nur selten US-amerikanische Big-Beats entgegengesetzt werden („Rocking chair“, „Lyfe“). Die Tanzbarkeit der Songs steht dabei eindeutig im Vordergrund. Mitsingbare Radio-Popmusik mit Strophe/Refrain/Strophe-Schema ist dagegen definitiv nicht das Ding dieses Longplayers. Die Songs fordern ohne Umschweife zum Besuch der Tanzfläche auf und kennen keinen Stillstand. Sie grooven und schwitzen – und manchmal klingen sie auch nach billigem Euro-Trash („Lay me down“). Das volle Programm eben.

Wer sich ein Cyndi-Lauper-Album ohne die klassischen Pop-Bestandteile ihrer großejn Hits vorstellen kann, sollte sich „Bring Ya To The Brink“ zu Gemüte führen. Aber nicht vergessen, die Disco-Kugel an die Wohnzimmerdecke zu dübeln und vielleicht vorher in die eine oder andere Scooter-CD reinzuhören. Es könnte nicht schaden, um sich auf dieses doch eher grenzwertige Album vorzubereiten.

Anspieltipps:

  • Echo
  • Give it up
  • Rocking chair
  • Into the nightlife

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