Usher - Here I Stand - Cover
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Usher Here I Stand


  • Label: Arista/SonyBMG
  • Laufzeit: 72 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Viele, viele Jahre hat er uns warten lassen. Und das, obwohl er auf dem Höhepunkt seiner Karriere stand. Nun endlich dürfen wir ihn zurück auf der Bühne und hinter dem Mikrofon begrüßen, leider aber nicht so stark wie erhofft.

„Here I Stand“ nennt sich das quadratische Ding, auf dem Usher mal wieder unverschämt gut aussehend abgedruckt ist. 72 Minuten lang entzückt der Mann mit dem Sixpack dann auch seinen Zuhörer, bringt aber leider nur sehr wenig Abwechslung ins Spiel. So wie der rote Faden in den Vorgängeralben „8701“ und „Confessions“ einmal schnelle Clubmusik und jazzige Songs waren, so sind es auf „Here I Stand“ wohl eher die Slowjamz. Ja, der gute, alte Usher ist erwachsen geworden.

Aber bleiben wir bei der Musik. „Here I Stand“ ist schön anzuhören, bringt aber leider keine Überraschungen oder gar Klassiker hervor. Nach einem kurzen Intro beginnt es direkt mit Ushers aktueller Single „Love In This Club“ zusammen mit Young Jeezy. Viel gibt es hier nicht zu schreiben. Die Single gefällt und ist meines Erachtens ein guter Song, um Ushers Rückkehr zu feiern. Offenbar hatte Usher aber nicht genug von der Liebe in der Disco, denn es gibt gleich noch einen zweiten Part bzw. Remix zusammen mit Beyonce und Lil Wayne. Gut, hier gefällt mir die Melodie eher weniger. Doch das Duett mit Beyonce kann sich durchaus hören lassen. Nur was zum Henker macht Lil Wayne da? „Love In This Club Part II“ hätte ein schönes Duett werden können, doch mit dem ins Mikro flüsternden kleinen Wayne wird diese ganze Atmosphäre zerstört.

Erfreulicher anzuhören, ist da schon eher „Moving Mountains“. Eine wunderschöne Pianomelodie leitet Ushers diesmal sehr emotionalgeladene Stimme durch diesen Song. Noch besser ist allerdings „Something Special“, hier teilweise nur von einer Gitarre begleitet, läuft Usher zu seiner alten Stärke auf. Einfach herrlich.

Ein weiteres Feature gibt es in „Best Thing“ zu hören. Hier kommt Rapmogul Jay-Z zum Einsatz, was ehrlich gesagt nicht unbedingt sehr hörenswert ist. Der Rapmeister rappt zwar immer noch wie kein anderer, aber die Kreativität lässt dann doch etwas nach. Zumindest hört sich Jay-Zs Rappart wie ein 08/15 in zehn Sekunden dahin geschmetterter Reim an. Etwas poppiger und funkiger wird es da schon eher mit Will.I.Am in „What’s Your Name“, doch auch hier gibt es eigentlich nichts Neues zu hören.

Das Manko bei „Here I Stand“ ist nicht, dass Usher keine gute Musik macht. Ganz im Gegenteil, er kann immer noch singen und auch die Beats (u.a. von Polow Da Don, Jermaine Dupri, Jazze Pha, The Dream und Will.I.Am) sind alle hervorragend zusammen gebastelt. Doch das Problem ist, dass es zurzeit einfach zu viele dieser Ne-Yo-Mario-Chris-Brown-Usher-Verschnitte gibt, die die gleiche Musik machen. Ein bisschen mehr Kreativität und Spürsinn für etwas Neues hätte „Here I Stand“ und somit auch Usher auf jeden Fall gut getan.

Anspieltipps:

  • Love In This Club
  • Moving Mountains
  • Something Special
  • What’s A Man To Do

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