Mudhoney - The Lucky Ones - Cover
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Mudhoney The Lucky Ones


  • Label: Sub Pop/CARGO
  • Laufzeit: 36 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Grunge Reloaded! Eine Band die schon lange vor dem losgelösten Nirvana-Hype mit ihrem verzerrten und punklastigen Sound in den Playlisten diverser College-Radios auftauchte und die in den letzten 20 Jahren trotz des ausbleibenden kommerziellen Erfolges und etwaigen Auflösungsgerüchten standhaft geblieben ist, hat ihr nunmehr achtes Studioalbum im Gepäck und Mudhoney klingen anno 2008 kompakter, rauer und rockiger denn je.

Und das obwohl die Bandmitglieder mittlerweile größtenteils verheiratet sind, sich ausgiebig Garten, Haus und Familie widmen und der Lebensbereich Musik mehr als zuvor zum Hobby avanciert ist. Aber vielleicht auch gerade deshalb klingt „The Lucky Ones“ so herrlich entspannt, unverkrampft und lässig, wie man es von einer Band erwarten kann, die schon einiges an Erfahrung auf dem Buckel hat. Der schief rockende Einstieg „I’m Now“ geht im wahrsten Ohr ab wie Schmidt’s Katze, knarrt und kneift bereits gewaltig und präsentiert eine gereifte Band in instrumental-spielerischer Höchstform. Obwohl Mudhoney im Vergleich zu vergangenen Tagen vernehmlich um ein insgesamt runderes und melodischeres Klangspektrum bemüht ist, verfehlen die altbekannten fiesen Gitarrenriffs dennoch kein Stück ihrer Faszination. „The Lucky Ones“ wird vom druckvollen Schlagzeugspiel Dan Peters immer wieder zurück ins Songkorsett geprügelt und „Next Time“ erinnert an einen kleinen keifenden Köter der sich unnachgiebig am Trommelfell verbissen hat und nicht mehr abzuschütteln ist.

Kurz und knapp lautet die Devise der elf neuen Songs. Und die Band spielt, nein sie „jammt“ geradezu als müsse sie sich nun endlich die Anerkennung abholen, die ihnen verständnisloser Weise von je her meist verkannt wurde. Ob rhythmisch-melodisch auf „And The Shimmering Light“, punkig stampfend in „What’s The Thing“ oder dem von Mark Arm inbrünstig intonierten und gnadenlos vorbeifegenden Tribute an die gleichnamige kalifornische Ska-Punk Kapelle „Tales Of Terror“. Mudhoney haben den Super-Gau des Grunge-Niedergangs überlebt und das gerade einmal in dreieinhalb Tagen eingespielte „The Lucky Ones“ ist ihr bestes Album bis dato und erstrahlt nicht nur wegen seinem herbeimusizierten Live-Flair wie ein heller Stern über dem dunklen Nachthimmel der größten Stadt des amerikanischen Nordwestens.

Mudhoney schlagen beharrlich die Brücke zwischen Punk, Garage-Rock und harten, unbequemen Tönen wie keine zweite Band. Die Musik (formerly known as) Grunge mag für viele im Jahre 1994 gestorben sein- aber diese „älteren“ Herrschaften haben sich trotz des unverständlichen Schattendaseins hinter Alice In Chains oder Soundgarden, ihr längst fälliges Revival redlich verdient. Schliesslich waren sie ein Wegbereiter des Seattle-Rocks und halten mit „The Lucky Ones“ auch heute noch ein Teil davon am Leben.

Anspieltipps:

  • I’m Now
  • The Lucky Ones
  • The Open Mind
  • Tales Of Terror
  • We Are Rising

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