K.I.Z. - Hahnenkampf Live - Cover
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K.I.Z. Hahnenkampf Live


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 73 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist beeindruckend und eine echte Seltenheit, wie gut deutscher HipHop/Rap tatsächlich sein kann.

Im Herbst 2007 gingen vier junge Burschen mit ihrem ersten Majoralbum im Gepäck auf große Tournee und feierten einen Siegeszug sondergleichen. K.I.Z. aus Berlin stürmten mit „Hahnenkampf“ die Charts und begeisterten als herausragende Live-Crew. Doch was ist das Geheimnis ihres Erfolgs?

Eine mögliche Erklärung geht so: Wo andere deutsche Gangsta Rapper aus reiner Berechnung handeln, sich unheimlich wichtig nehmen und nur ihrem Trieb, einen Haufen Geld zu verdienen, nachgehen, haben die Jungs von K.I.Z. (Sil Yan Bori alias DJ Craft, Nico Seyfried, Maxim Drüner, Tarek Ebéné) die entscheidende Portion Ironie und Lockerheit in ihren Texten, mit der sie sich von der Masse abheben und eine Sonderstellung in der deutschen HipHop-Szene einnehmen. Musikalisch greifen K.I.Z. immer wieder Inspirationsquellen außerhalb des HipHop/Rap auf oder bedienen sich bei Genrekollegen und mischen dadurch coole Samples wie „House of the rising sun“ (u.a. The Animals), „Wahnsinn (Hölle, Hölle, Hölle)“ (Wolfgang Petry) oder „Liebeslied“ (Absolute Beginner) in ihre Tracks.

Diese sind zwar nur selten jugendfrei, haben aber bei aller Anstößigkeit immer wieder ernsthafte Aussagen oder schelmischen Humor zu bieten. Zudem haben die Reime eine sprachliche Qualität, von der andere sich mehr als nur eine Scheibe abschneiden sollten („Ich bin wie Adam: ein Feigenblatt bedeckt mein Gemächt. Ich komme angeflogen, hacke in dein Loch wie ein Specht. Beim Duschen nach dem Sport war ich früher immer der King, ich wach acht Uhr morgens auf, stolper über mein Ding. Mach mich untenrum frei, du fängst an zu stammeln, willst nicht mehr rammeln, bettelst: „Roll ihn wieder zusammen!“, wie einen Feuerwehrschlauch. Sag deinem Mann, es ist ein neuer im Haus, hypnotisiert, weil du meine baumelnden Eier anschaust. Ich spiel Frauenmusik: Luther Vandross, ich bumse dich so lang, bis deine Mutter anklopft. Spende dir ein Pofick, übergieße dich mit Honig, bin geblendet, denn deine Arschbacken glänzen im Mondlicht. Das ist ein Blind Date, ich steck ihn in ne Unbekannte, sie reibt mein Rohr, als wär’s eine Wunderlampe“ – Auszug aus dem Song „Riesenglied“).

Die Live-Version der K.I.Z.-Rapkunst gibt es nun als DVD und CD, aufgenommen im Huxleys Neue Welt in Berlin. Zusammen mit ihren Kumpels Mach One, Vork, Massimo und Darn präsentieren K.I.Z. 15 Tracks (plus die Single „Hölle feat. Bela B.), die frisch und locker rüberkommen und vom Publikum frenetisch abgefeiert werden. Bei prächtiger Club-Atmosphäre spielen die Berliner alle Hits ihrer bisherigen Werke und begeistern damit noch mehr als auf den Studioalben. Es ist beeindruckend und eine echte Seltenheit, wie gut deutscher HipHop/Rap tatsächlich sein kann.

Anspieltipps:

  • Hölle
  • Freiwild
  • Neuruppin
  • Riesenglied
  • Walpurgisnacht
  • Wenn es brennt
  • Böses Mädchen
  • Der Schöne und das Biest

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