Stardelay - A New High Fidelity Tripout - Cover
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Stardelay A New High Fidelity Tripout


  • Label: Galileo Music Communication
  • Laufzeit: 54 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Sanft dringt die Musik von Stardelay ans Ohr des Hörers. Unaufgeregt, beruhigend. Was Multiinstrumentalist Carsten Mentzel im Alleingang für sein Album „A New High Fidelity Tripout“ auf die Beine gestellt hat, ist schon bemerkenswert. Keine Bandmitglieder, keine Gastmusiker, einzig Mentzels musikalisches Gespür. Bloß die saubere und klare Produktion bedurfte der Mithilfe von Gitarrist und Produzent Dagobert Böhm.

Jazz, Trip-Hop, Ambient und Electro-Pop werden zu einem Easy-Listening-Kostüm gewebt, das sehr elegant und geschmackvoll, doch unauffällig und glatt erscheint. Der schwebende Sound sorgt für entspannte Atmosphäre, kann die Hektik des Alltags aber nicht vergessen machen – zu wenig taucht man in andere Sphären ein, alles scheint oberflächlich. Einige sehr gelungene Stücke, wie der Opener „Orange Park“, das chillige „Welcome To Angua“ oder auch das groove-lastige „Earthlight“ sind hervorragende Lounge-Tracks, während zum Beispiel der uninspiriert dahintreibende „Starcollector“ oder das nichtssagende „Untitled Symphony“ gerade gut genug als Hintergrundbeschallung für einen gemütlichen Abend mit Freunden oder als einkaufsbegleitende Musik in einer angesagten Boutique sind - viel zu wenig originell für den Anspruch, den Stardelay verkörpern will.

Hervorzuheben ist hingegen die Vielseitigkeit Mentzels Stimme. Stets mit viel Wärme und Gefühl schmeichelt sich der teilweise weiblich anmutende Gesang des Vollblutmusikers in die Gehörgänge – ob etwas rauer, wie in „Thoughts & Words“, gefühlvoll und lasziv, wie im wunderbaren Portishead-Cover „It Could Be Sweet“, in dem Mentzel wohl die erstaunlichste Gesangsleistung darbietet, oder cool und gelassen, wie in „Something Else“ zu hören – Mentzel besticht durch harmonischen, extrem wandelbaren Gesang. Die anderen elf Stücke auf „A New High Fidelity Tripout“ sind rein instrumental gehalten. Fender Rhodes, Fender Telecaster, Acoustic Guitar, Drumloops, Precision Bass und Synthesizer erzeugen wohlige Klänge, doch meist ohne den gewünschten Aha-Effekt.

Festzuhalten bleibt, dass das Album doch so seine Schwächen hat: Zu dem einen oder anderen schwachen Song auf „A New High Fidelity Tripout“, gesellt sich der gleichförmige Gesamtsound, der vielleicht das größte Manko der Platte darstellt. Mehr Abwechslung hätte sicherlich gut getan, denn zwischen relaxen und ermüden liegt nur ein schmaler Grat.

Anspieltipps:

  • Orange Park
  • Welcome To Angua
  • Earthlight
  • It Could Be Sweet

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