Radiohead - The Best Of  - Cover
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Radiohead The Best Of


  • Label: Parlophone/EMI
  • Laufzeit: 131 Minuten
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10/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Dieses „Best Of“-Album ist empfehlenswert für Fans und die, die es noch werden wollen.

Was macht ein böses Label, wenn es die Wahl zwischen Profit und moralischen Werten hat? Richtig, es veröffentlicht ein „Best Of“-Album. Zumindest als fragwürdig kann das Unterfangen bezeichnet werden, schließlich setzen sich die EMI-Verantwortlichen mit dem Release über den Willen der Band hinweg. Oder hat EMI gar keine Lust mit diesem Album Geld zu verdienen? Ist es nur ein Geschenk an die Fans?

Irgendwie ist es das sogar tatsächlich, denn trotz aller Vorbehalte, die man gegen solche Labelpolitik hegen mag, ein Radiohead-„Best Of“ kann man kaum besser machen! Dadurch, dass die meisten Radiohead-Alben, „Pablo Honey” ausgenommen, vor allem als Ganzes ihre tatsächliche Wirkung entfalten scheint die Idee eines „Best Of“ eine äußerst bescheidene zu sein. Vor allem angesichts des kürzlich veröffentlichten 7-CD-Boxsets wirkt das ganze Unterfangen ungemein überflüssig. Doch ein Blick auf die Tracklist verrät, dass sich die Entwickler durchaus ihre Gedanken gemacht haben.

Schlichtes chronologisches Auflisten gilt nicht, die Songs wurden wild durcheinander gewürfelt und eine schlüssige Reihenfolge gebracht um so dem Album einen Rahmen zu geben. In dieser Form und in dem neuen Kontext erscheinen altbekannte Radiohead-Songs in einem ganz neuen Licht. Die Songs auf „Pablo Honey”, das ohnehin kaum vertreten ist, fallen noch mehr ab im Vergleich zu den restlichen Übersongs. „The Bends” wirkt aus der Retrospektive gar nicht mehr so revolutionär, trotz allem wird seine weichenstellende Wirkung durch das Best Of offenbart. Den revolutionären Part übernehmen aus heutiger Sicht eher die Stücke auf „Ok Computer” und „Kid A”. „Ok Computer” durch die fragil, wankelmütige Symbiose aus vielen elektronischen Elementen und harten Rockgitarren. „Kid A” durch den noch konsequenteren Einsatz elektronischer Stilmittel und der fortschreitenden Reduktion der Gitarren.

Das in einem Atemzug mit „Kid A” zu nennende rohere und direktere „Amnesiac” verliert in diesem „Best Of“ zwar irgendwie an Gewicht im Radiohead-Kosmos, besitzt jedoch immer noch diese faszinierende dunkle Strahlkraft. Das streitbare „Hail To The Thief” hingegen wirkt nach wie vor frisch wie am ersten Tag. Diese „Unsterblichkeit” zeichnet nach wie vor nahezu jeden Radiohead-Song aus, intensiv wie immer gelingt es dem „Best Of“ doch, dem Hörer die Songs aus einer anderen Perspektive zu zeigen. Somit ist dieses „Best Of“ empfehlenswert für Fans und die, die es noch werden wollen gleichermaßen. Denn auch wenn man in Bezug auf die Gattung „Best Of“-Album geteilter Meinung sein darf, so muss man doch anerkennen, wenn „Best of“, dann bitte dieses hier. Mehr geht nicht!

Anspieltipps:

  • Karma Police
  • Creep
  • My Iron Lung
  • Fake Plastic Trees
  • 2+2=5
  • Pyramid Song
  • Exit Music (For A Film)
  • The National Anthem

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