Gavin Rossdale - Wanderlust - Cover
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Gavin Rossdale Wanderlust


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Bewertung von „Wanderlust“ gestaltet sich schwierig, weil die unendliche Haltbarkeit der Songs als wenig wahrscheinlich einzuschätzen ist.

Gavin Rossdale ist nun 43 Jahre jung und hat schon eine bewegte musikalische Vergangenheit. Von 1994 bis 2002 sang und komponierte er in der britischen Band Bush, die anfangs eine ähnliche musikalische Ausrichtung wie Nirvana hatte. Später gesellten sich elektronische Elemente und einige sanfte Balladen dazu, so dass Bush die wütende Grunge-Bewegung verließen und dem Alternativ Rock frönten. Nachdem das Projekt irgendwie auslief, gründete Rossdale die Band Institute, die 2005 ihr Debüt veröffentlichte, das aber nicht so begeistern konnte wie die Vorgängergruppe Bush. Nun schuf Rossdale sein lange geplantes Solodebüt und bekam prominente Unterstützung: Produzent Bob Rock (Metallica, Bon Jovi), die Songschreiber Linda Perry (P!nk), Dave Stewart (Eurythmics) und Marti Frederiksen (Aerosmith) griffen ihm unter die Arme.

Als seine musikalischen Vorbilder gibt der Brite unter anderem Bob Marley und Radiohead an, ein recht ungleiches musikalisches Paar. Rossdale erinnert sich sicher an seine rockigen Wurzeln aus den 90er Jahren, aber im ersten Teil der Setlist dominieren die Powerballaden, die zugegebenermaßen eingängig, aber auch ziemlich konstruiert klingen. Erst mit der Singleauskopplung „Love remains the same“ durchbricht Rossdale das Schema F seiner Songs und präsentiert einen wirklich hörenswerten Track, der echten Wiedererkennungswert besitzt. Er geht sofort ins Ohr und bleibt auch dort.

Im zweiten Album-Teil gibt der Ehemann von Popsängerin Gwen Stefani etwas mehr Gas und rockt mit „If you're not with us you're“ erstmals richtig ab. Die New-York-Hommage „This is happiness“ und „Another night in the hills“ reihen sich da nahtlos ein, bleiben aber trotz deutlich hörbarer Gitarrenriffs im radiotauglichen Bereich, wobei Dave Stewart Rossdale beim letztgenannten Song eine gute Portion synthiegetränkten New-Wave-Sound in den Musikcocktail mixt. „Trouble I'm in“ veredelt Shirley Manson von Garbage und die beiden Stimmen passen ganz gut zusammen. Dieser Track überzeugt mit rockigem Elementen und einem balladesken Popfaktor, der auch in den restlichen Songs immer ein bisschen mitschwingt.

Die richtige harte Gitarrenrocklinie findet der auch als Schauspieler tätige Wahlamerikaner nicht mehr unbedingt, aber sein Talent, Songs zu schreiben, die direkt ins Ohr gehen, ohne sie gleich als Meisterwerke zu bezeichnen, ist fraglos noch vorhanden. Einen absoluten Nervfaktor stellt allerdings die ständige elektronische Bearbeitung seiner Stimme dar. Da wird mit Hall und Verzerrer experimentiert, wodurch Rossdales kratzige Stimme leider weniger zur Geltung kommt und einen Teil ihrer Kraft einbüßt.

Eine Bewertung von „Wanderlust“ gestaltet sich schwierig, weil die unendliche Haltbarkeit der Songs als wenig wahrscheinlich einzuschätzen ist. Zu sehr bemüht sich der smarte Songwriter um einen Bon-Jovi-artigen Rock-Einheitsbrei mit Chartgarantie. Dem ungeachtet hält sich Gavin Rossdale mit seiner einzigartigen Stimmfarbe und seinem unbestrittenen Kompositionstalent locker über dem Durchschnitt.

Anspieltipps:

  • Love Remains The Same
  • This Is Happiness
  • Trouble I'm In

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