Jesse McCartney - Departure - Cover
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Jesse McCartney Departure


  • Label: Hollywood Records/EMI
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

2004 begann die beachtliche Karriere von Jesse McCartney mit seinem Debütalbum „Beautiful Soul“ und mehrfach Platin. Auf seinem neuen Werk „Departure“ hat Jesse trotz der Zusammenarbeit mit Hitproduzent Sean Garrett (Usher, Mary J. Blige, Beyonce, Gwen Stefani und andere) viele der Songs mitgeschrieben und viel von den Produzenten (neben Sean Garrett noch Tricky & The Dream, J.R. Rotem und The Clutch) gelernt. Daraus ergibt sich eine frische, massenkompatible Mischung aus Pop, R´n´B, Rap und Electro-Beats a la Timbaland. Neben seiner musikalischen Laufbahn, die ihm bisher Nominierungen für den American Music und MTV Award einbrachte, beschreitet er auch schauspielerisches Terrain, wie sein Filmdebüt „Keith“ aus 2007 zeigt. Des weiteren synchronisierte er den Film „Alwin & The Chipmunks“ und schrieb mit Ryan Tedder von One Republic den Song „Bleeding Love“, welchen Leona Lewis in die Charts führte. Obwohl das Multitalent weiterhin auch für andere Künstler schreiben will, konzentrieren wir uns jetzt vorerst auf „Departure“.

Ein stampfender Beat eröffnet das Album mit „Leavin´“, wird aber recht schnell von melodischen Synthie-Spielereien und dem knabenhaften Gesang lieblich zurecht gerückt. Im Refrain erhebt sich der Song zu einer sonnigen Hymne, die mit gelungenen Breaks und Glockensounds dem maßgeschneiderten Radio-Format und der naiven, manchmal in seiner unbefangenen Aufdringlichkeit überstrapazierten Teenager-Ausstrahlung die nötige Raffinesse mitgibt. Bei „It´s Over“ übertreiben es dann die Synthesizer-Beigaben, die sich nahezu durchgängig überschlagen und den Song überladen, obwohl auch hier die Dringlichkeit überzeugt und mitreißt.

Allzu dick aufgetragene elektronische Verzierungen geben der ansonsten wunderbar harmonischen Angelegenheit „How Do You Sleep“ einen leichten Dämpfer, wobei man der Wirkung dieses Ohrwurms trotzdem nicht widerstehen kann. Rauere Sounds hätten diesem Song, wie auch an anderer Stelle des Longplayers, gut getan und den allzu dominierenden Ballast an einlullenden Synthesizer-Fanfaren eingeschränkt. Denn die Beats sind durchaus schmackhaft und intelligent mit Rhythmus-Feinheiten versehen, so dass das Grundgerüst einen wohligen Wiedererkennungswert liefert, dennoch aber nicht ohne den Fettnapf der allzu einfachen, alles andere erdrückenden Hookline zu umschiffen. Mit Tribal-Drums und einer ausgelassenen Vocal-Performance macht es „Freaky“ kurz und knackig, während mit der Ballade „Not You Enemy“ die Balladen-Keule nicht klischeefrei kreist. Zwischen Babyspeck und urbanen Beat-Bauten, die sich durchaus sehen lassen können und länger anhaltende Freude bereithalten, ist leider ein Freiraum, der zu sehr durch wenig ausgefeilte Melodie-Offensiven platt getreten wird und dabei einige Punkte lässt.

Anspieltipps:

  • Leavin´
  • How Do You Sleep
  • Into Ya
  • Relapse

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