The Chap - Mega Breakfast - Cover
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The Chap Mega Breakfast


  • Label: Lo Recordings/ALIVE
  • Laufzeit: 39 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Verschroben wabern und knacksen sich Keyboard- und Computerklänge durch das bereits dritte Album der vierköpfigen Band The Chap. Es geht zu, wie bei einem realen „Mega Breakfast“: Zunächst ist man überwältigt von der Vielfalt des Angebots, man kostet sich eisern durch und läuft somit Gefahr, am Ende völlig übersättigt in der Ecke zu liegen. Hinzu kommt, dass die klassischen Frühstücks-Zutaten wie Brötchen, Marmelade und Kaffe durch ungewöhnliche Mixturen wie Spinatpudding und Nutellawürstchen ausgetauscht wurden.

Zu der schrägen, gewöhnungsbedürftigen Mixtur, gesellt sich der überraschend harmonische Duettgesang von Claire Hope (plus Keyboards) und Johannes von Weizsäcker (plus Gitarre, Computer, Cello). Zusammen mit den Kollegen Panos Ghikas (Bass, Gitarre, Geige, Computer, Gesang) und Keith Duncan (Schlagzeug, Gesang) formen die Vier Klanggebilde, die in ihrem Aufbau nicht ambivalenter sein könnten. Neben den zahlreichen Elektro-Computer-Sounds schmeckt man ebenfalls eine Prise Funk, zwei Löffel Pop und eine Hand voll Disco raus. Leichte Kost hört sich anders an; The Chap suchen angeblich nach den guten Herzen in der Welt, in der Welt, die so schräg und undurchdringlich scheint, wie die Musik der Band selbst.

Moderne Kunst setzt sich bewusst von allem, bisher Dagewesenen ab und Interpretationsfreiraum gibt es bei „Mega Breakfast“ reichlich. Das abgehackt, nach vorne gehende „They Have A Name“ gibt sich die Klinke in die Hand mit dem Rocky Horror Picture Show anmutenden „Fun And Interesting“. Abwechslungsreich geht es weiter, besonders der Robotorgesang in „Carlos Walter Wendy Stanley“ und das mit Rock-Glasur überzogene „Ethnic Instrument“ sind Paradebeispiele für die ungewöhnlichen Kompositionen von The Chap.

„Mega Breakfast“ hinterlässt ein leichtes Völlegefühl, das den Konsumenten zu der Gabelung führt, an der entschieden werden muss, ob er sich weiterhin an alt Bekanntem und lang Bewährtem festhält oder sich frei macht für die Innovationen, die aber unter Umständen schwer verdaulich sind.

Anspieltipps:

  • They Have A Name
  • Caution Me
  • Surgery
  • Ethnic Instrument

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