Caesars - Strawberry Weed - Cover
Große Ansicht

Caesars Strawberry Weed


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 74 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Strawberry Weed“ legen die Caesars ihr nunmehr fünftes Studioalbum, das dritte auch in Deutschland erhältliche, vor. Eingespielt wurde das Album von César Vidal (Gesang. Gitarre), Joakim Ahlund (Gesang, Gitarre), David Lindquist (Bass) und Nino Kellar (Schlagzeug). Überraschend mutet der Umstand an, dass es sich bei dem aktuellen Werk um ein Doppelalbum handelt, waren die Caesars zuvor schließlich keineswegs für Alben mit Überlänge bekannt. Wichtiger jedoch ist die Musik, die die schwedische Band auf „Strawberry Weed“ bietet. Diese kann in Form des Openers „Fools Parade“ gleich überraschen. Weniger straight und nicht mehr lediglich auf eine catchy Melodie fokussiert, zeigen sich die Vier experimentierfreudig und musikalisch reifer. Sicherlich ein notwendiger Schritt, nachdem sich zuvor „39 Minutes Of Bliss“ und „Paper Tigers“ wie ein Ei dem anderen glichen.

Am Ende sind sie zwar wieder klar in der Überzahl, die typischen Caesars-Songs, doch der Wille den Bandsound zu verändern und zu erweitern ist klar zu hören. Das klingt jedoch keineswegs angestrengt, sondern geschieht eher unterschwellig, wie in „Waking Up“ mit einem 08-15 Mitsing-Refrain, das dann jedoch von einem fulminanten Gitarrensolo zum Schluss gerettet wird. Spätestens „She’s Getting High“ ist dann wieder vollends Caesars, doch auf „Tough Luck“ taucht die Weiterentwicklung des Bandsounds wieder auf. Das Klavier so sehr im Vordergrund einer Ballade der Caesars gab es in der Form noch nicht.

„You’re Next“ präsentiert sich als die perfekte Ergänzung zum „O Brother, Where Art Though?“-Soundtrack und das minimalistisch-groovige „Crystal“ positioniert sich irgendwo zwischen den Kinks und Creedence. „Strawberry Weed“ kombiniert perfekt die alten mit den neuen Stärken, musikalisch stärker und ruhiger, aber trotzdem mit einer Ohrwurm-Melodie à la „Soulchaser“ ausgestattet. „New Breed“ hingegen ist mit dem treibenedem Schlagzeug nicht viel mehr als eine uninspirierte Kopie von „Only You“. Und genau das ist es, was das ganze Album auszeichnet: Einerseits die neu entdeckte Experimentierfreude („Fools Parade“, „Strawberry Weed“, „Crystal“, „Up All Night“) und die zuvor nicht in der Qualität von den Caesars gekannten Balladen („Tough Luck“, „Easy Star“), andererseits Songs, die einfach einfallslos wirken und Ausschussware sind. Hätte man sich auf eine alte Stärke verlassen, nämlich die der kurzen Albumlaufzeiten, wäre „Strawberry Weed“ wohl ein deutlich besseres Album geworden, denn weniger ist eben doch mehr.

Anspieltipps:

  • Waking Up
  • She’s Getting High
  • You’re Next
  • Crystal
  • Strawberry Weed
  • Up All Night

Neue Kritiken im Genre „Rock“
9.5/10

Our Love To Admire (10th Anniversary Edition)
  • 2017    
6.5/10

Mental Jewelry (25th Anniversary Edition)
  • 2017    
Diskutiere über „Caesars“
comments powered by Disqus