Denis Fischer - Devil In Disguise - Cover
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Denis Fischer Devil In Disguise


  • Label: Roof/INDIGO
  • Laufzeit: 63 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn ein Musiker sein Album „Teufel im Schafspelz“ oder genauer „Teufel in Verkleidung“ nennt, steigt die Erwartungshaltung des Hörers. Dann ist der Sänger auch noch der Bruder von Chansonnier Tim Fischer und das klingt doch spannend. Es gibt bei dieser CD zwei Seiten der Medaille: Von den siebzehn englischsprachigen Songs stehen zehn Coverversionen zur Bewertung an und da liegt der Hase im Pfeffer.

Bruce Springsteen, Depeche Mode und Iggy Pop sind unter anderem die Komponisten und das kann doch nur ein absolut mutiges Unterfangen vom Wahl-Berliner Denis Fischer sein. Eigentlich bleiben nur „Time is now“ (Moloko) und „Enjoy the silence“ (Depeche Mode) auf der positiven Habenseite, die anderen Tracks singt Herr Fischer zwar technisch sauber, aber die Originale bekommen einen irgendwie seltsamen Touch: „Because the night“ oder „Lust for life“ leben von der leidenschaftlichen Gesangsperformance von Springsteen und Iggy Pop, die auch eine gehörige Portion Dreck enthält, damit kann Fischer nicht dienen: Mit dunklem Timbre performt er gesanglich gut, aber zu nett und zeitweise zu aufgesetzt.

Sein Talent beweist der junge Mann dann mit seinen sieben Eigenkompositionen, denn die sanfte Countrypopnummern besitzen durchaus Qualität. „Useless Lived Life“ oder „Bad Memories“ schleichen leise durch die Countrymusikwelt und überzeugt mit einer spielfreudigen Band und dem ausdrucksstarkem Gesang Fischers. Wobei letzterer Track nicht nur textlich sehr depressiv daherkommt und spät gemäßigtes Tempo aufnimmt, das dunkle Timbre passt hier ziemlich gut. Ein absolutes Ärgernis stellt „Candy“, das Cover von Iggy Pops Klassiker, dar und misslingt völlig: Chansonveteranin Romy Haag hält dem Tempo des Songs nicht stand und mit breitem Akzent stolpert sie durch den so hervorragenden Song, der hier absolut verrissen wird. Auch das überflüssige Duett mit Bruder Tim Fischer namens „Turn around“ schreckt ab, denn Chansons singt der Denis Fischer nun gar nicht, warum dann diese Kollaboration mit dem, ähem, sehr weiblich klingenden Tim?

Der Longplayer wäre überdurchschnittlich geworden, wenn Denis Fischer vorwiegend seine eigenen Werke und vielleicht drei Coverversionen verwendet hätte, weil das eigene Liedgut bringt er mit einer ganz anderen Energie herüber und die Songs besitzen einen gewissen Charme, der vor allem der warmen Stimme des Sänger geschuldet ist und mit erdiger Instrumentierung punktet.

Anspieltipps:

  • Bad Memories
  • Time Is Now
  • Lolita

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