Born Ruffians - Red, Yellow And Blue - Cover
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Born Ruffians Red, Yellow And Blue


  • Label: Warp/Rough Trade
  • Laufzeit: 39 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Drei junge Kanadier, die ihrem Bandnamen nach zu urteilen schon von Geburt an zur eher raubeinigen Sorte gehören.

Die „Lümmel“ von der ersten Bank. Drei junge Kanadier, die ihrem Bandnamen nach zu urteilen schon von Geburt an zur eher raubeinigen Sorte gehören, sind in Wirklichkeit gar nicht so. Und die herrlich unverkrampfte Mischung ihres Langspieldebüts „Red, Yellow & Blue“ passt nicht nur zu sonnigem Wetter, sondern auch hervorragend in jede wohl behütete Indie-Pop-Sammlung.

Nach einer selbst betitelten EP vor zwei Jahren erscheint (bei uns mal wieder mit dreimonatiger Verspätung) nun endlich das erste „richtige“ Album der Born Ruffians. Und auch diese Band bleibt der Tradition vieler nordamerikanischen Independent-Kapellen treu. Hier wird so gut wie immer auf jegliche modernen, hippen oder Chartskompatiblen Songstrukturen gepfiffen und einfach frei weg von der Seele musiziert. Auch das Trio aus Toronto schert sich kein bisschen um die Vorlieben des geneigten Radiokonsumenten und macht schlicht gute Musik. Frontmann Luke LaLonde nölt in „Hummingbird“ fast genauso herrlich schräg wie Alec Ounsworth („Clap Your Hands Say Yeah“) und die erste Singleauskoppelung des Albums „I Need A Life“ besticht nicht nur durch ein grandioses Video, sondern auch mit seinem ungemein schrägen Charme. Der Großteil auf „Red, Yellow & Blue“ erwecket den Eindruck von einer im elterlichen Wohnzimmer probenden Schülerband.

Scheinbar gewollt versuchen Bassist Mitch DeRosier und Drummer Steve Hamelin jeglichen melodischen Gleichklang mit ihrem Sänger unterbinden. Und trotz dem mal mehr und mal weniger ausbrechenden musikalischen, wie auch textlichen Wahnsinns, spiegelt sich genau darin die in Ohr und Hirn geschmuggelte Faszination dieser Platte: Die musikalische Leichtigkeit des Seins! Ob das sorglos-unfertig anmutende „Barnacle Goose“, das akustisch-schlicht begleitete „Little Garcon“ oder der mit fünf Minuten für Ruffians Verhältnisse fast schon epische Dimensionen annehmende und gleichermassen abschliessende „Red Elephant“. Angetrunkene Gitarren, sich überhängende Melodien, genuschelte Vocals. All dies zusammen erzeugt eine 40 Minuten lang andauernde, dynamische Geräuschkulisse voller Verrücktheiten und Energie.

Diese elf quickfidelen Songs ihres Debüts tummeln sich irgendwo zwischen „Arcade Fire“, „Broken Social Scene“ oder „Modest Mouse“. Die Born Ruffians zeigen, dass man nicht unbedingt angesagte Produzenten, einen oberfetten Sound oder Melodien für Millionen benötigt, um ein begeisterndes Debüt hinzulegen. Von diesen Jungs wird man hoffentlich noch einiges hören!

Anspieltipps:

  • Hummingbird
  • I Need A Life
  • Little Garcon
  • Red Elephant

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