Feeder - Silent Cry - Cover
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Feeder Silent Cry


  • Label: Essential/INDIGO
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Dieses Album soll rocken – und das tut es definitiv!

Der tragische Tod von Feeder-Drummer Jon Lee im Jahr 2001 scheint endlich überwunden zu sein. Hörbar kämpften die verbliebenen Bandmitglieder Grant Nicholas (Gesang, Gitarre) und Taka Hirose (Bass) auf den Alben „Comfort In Sound“ (2002) und „Pushing The Senses“ (2005) nämlich mit den Folgen und entfernten sich immer mehr vom rockigen Sound ihrer Anfangstage. Und als mit „The Singles” (2006) auch noch eine Compilation folgte, glaubten viele an die Auflösung der Band. Doch weit gefehlt! Auf ihrem sechsten Studioalbum „Silent Cry“ melden sich Feeder mit mehreren Paukenschlägen zurück. Von wegen „stiller Schrei“...

Obwohl sie melodieverliebt wie eh und je zu Werke gehen, packen die Waliser endlich wieder die harten Gitarren des Debüts „Polythene“ (1997) aus und legen damit ihr frischestes Album seit mehr als einer Dekade vor. Dieser Sound zwischen Alternative-, Indie- und Brit-Rock ist eindeutig in den Neunzigern zuhause – und klingt dennoch zeitgemäß. Die 13 Songs tönen druckvoll, hymnisch, rau und hochemotional aus den Boxen und überraschen zeitweise sogar mit ihrer Härte. Energischer gehen z.B. die Foo Fighters auch nicht an den Start. Der Unterschied: Im Vergleich mit den letzten FF-Alben ist die Hitdichte auf „Silent Cry“ größer.

Schon der Opener „We are the people“ ist eine Rockhymne wie sie im Buchse steht: Spannender Songaufbau mit lauten und leisen Passagen, die Gitarren flirren in U2-Manier und der Gesang ist mitreißend. Stadionrock anno 2008 funktioniert genau so! Nicht viel schlechter stellen sich Songs wie „Itsumo“, „Miss you“ (so ein Titel und keine Ballade – spitze!), „Tracing lines“ oder der Titeltrack an. Auch hier wird konsequent gerockt und ordentlich mit Pathos um sich geworfen, ohne weinerlich oder trauernd zu wirken. Das klingt zwar manchmal wie bei den Landsleuten von den Manic Street Preachers, die auf ihrem letzten Album „Send Away The Tigers“ (05/2007) auch den Rock wiederentdeckt haben, aber auf eben jenes Stilelement nicht verzichten wollen.

Erst zur Albummitte, bei „Heads held high“, kann das erste Mal verschnauft werden. Dann wird das Tempo reduziert und es kommt eine akustische Gitarre zum Einsatz, die sich auf einem Synthieteppich ausbreiten kann. Und trotzdem ist auch in vermeintlich ruhigen Passagen wie z.B. in „Who’s the enemy“ ein gewisser Druck zu spüren, der die gesamte Produktion umgibt. Hier hat Produzent Matt Sime (Moloko, Therapy?, The Boo Radleys) das Optimum herausgeholt. Denn dieses Album soll rocken – und das tut es definitiv! Zudem erlaubt es sich den Luxus, einen der besten Songs – „Sonorous“ – bis zum Schluss aufzuheben. Nicht schlecht, Herr Specht.

Anspieltipps:

  • Space
  • Sonorous
  • Miss you
  • Silent cry
  • We are the people
  • Guided by a voice
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