Morten Harket - Letter From Egypt - Cover
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Morten Harket Letter From Egypt


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Der a-ha-Sänger im Stile eines Singer/Songwriters, der gerne düstere Themen anpackt.

Eigentlich hätte „Letter From Egypt” schon viel früher erscheinen sollen, wäre Morten Harket (48) nicht im Jahr 1999 die Reunion seiner Band a-ha dazwischen gekommen. Bis dato hatte der Norweger mit „Poetenes Evangelium“ (1993), „Wild Seed“ (1995) und „Vogts Villa“ (1996) bereits drei, zum Teil hochgelobte Soloalben aufgenommen und „Letter From Egypt” sollte 1998 das nächste werden.

Wie wir wissen, kam es anders und a-ha starteten zum zweiten mal nach 1985 in den weltweiten Charts durch. Acht Jahre später nahm der Sänger mit der markanten Stimme das auf Eis gelegte Projekt wieder auf, das aus seiner fortwährenden Zusammenarbeit mit seinem Freund Ole Sverre Olsen stammt. „Letter From Egypt” ist das zweite englischsprachige Werk des norwegischen Superstars und es knüpft hörbar an den zeitlosen Sound seiner „Wild Seed“-Platte an.

Dennoch werden nicht alle die 12 Stücke auf diesem Album in ihr Herz schließen. Denn Morten Harket steht abseits von a-ha nicht für unbeschwert leichte Popmusik mit Ohrwurmfaktor. Solo bevorzugt der 48-Jährige eher die leisen Töne im Stile eines Singer/Songwriters, der düstere Themen anpackt („There are many ways to die“, „We’ll never speak again“) und trotzdem den Effekt und die Schönheit einer tollen Melodie nicht vernachlässigt („The one you are“). Deshalb ist „Letter From Egypt” auch nicht das Album eines Songschreibers, der sich allein auf der Akustikgitarre begleitet. Wer das erwartet, ist hier falsch. Denn dazu fließt dann doch zuviel Popmusik in den Adern des Norwegers.

So gibt es häufig geschmackvolle Streicher zu hören, die eine zentrale Rolle übernehmen („Anyone“, „Should the rain fall“), während sich aus fragilen Kompositionen immer wieder zu Tränen rührende Harmonien entpuppen („We’ll never speak again“). Und dass Morten Harket auch heuer jederzeit den einen oder anderen Singlehit aus dem Hut zaubern kann, zeigen Schönheiten wie „Darkspace“ oder „With you – with me“. Mit „Movies“ hat sich sogar eine Coverversion auf das Album geschlichen. Doch wer soll das ohne Hinweis bemerken? Oder kennt jemand die norwegische Band The Locomotives?

Mit „Letter From Egypt” bleibt Morten Harket seinem introvertierten Songwriter-Stil als Solokünstler treu. Hier wird Musik zum Entdecken geboten, die den Hörer nicht auf Anhieb anspringt, aber mit jedem weiteren Hördurchgang zum Genießen anregt.

Anspieltipps:

  • Movies
  • Darkspace
  • The one you are
  • Letter from Egypt
  • With you – with me
  • We’ll never speak again
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