Paul Weller - 22 Dreams - Cover
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Paul Weller 22 Dreams


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 69 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Paul Weller ist ein reiner Guter und ein echter Titan. Und jetzt kommst Du!

Pünktlich zu seinem 50. Geburtstag veröffentlicht Paul Weller, der ewige Ober-Mod und Godfather des BritPop, sein neuntes Studioalbum „22 Dreams“, das man sich unbedingt in der Deluxe Edition mit zwei CDs, acht zusätzlichen Songs und ausführlichem Booklet in einem schicken Hardcover-Book gönnen sollte. Denn nur so wird man dem eigentlich als Doppelalbum konzipierten Werk mit 21 (!) Tracks gerecht. Zur Not tut’s aber auch die einfache CD. Denn am Ende zählt nur eines: die Musik. Und diese ist auf „22 Dreams“ traditionell ausnahmslos gut.

Zum 50. Wiegenfest hat Paul Weller ein echtes Pfund aufgefahren, das deutlich macht, dass er sich nicht auf seinen zahlreichen Lorbeeren ausruhen will. Seine Stilmittel sind zwar nicht wesentlich anders als auch den vorhergegangenen Alben – sprich eine Mischung aus Northern Soul, Rock, Singer/Songwriter und 80s Pop –, aber sie fallen heuer noch ambitionierter und vielschichtiger aus. Deshalb ist die stilvolle Collage auf dem Albumcover mehr als nur ein kleiner Hinweis. Denn was darauf landschaftlich so schön ineinander fließt, wiederholt sich auch im musikalischen Sinn.

Zusammen mit seinen Gästen Graham Coxon (Blur), Noel Gallagher und Gem Archer (Oasis), Bobby Gillespie und Andrew Innes (Primal Scream) sowie der Band Little Barrie hat Paul Weller ein mutiges 70-Minuten-Stück Musik aufgenommen, das vom ersten Moment an zündet (das eindringliche Akustiklied „Light nights“) und den Hörer auch in vereinzelten progressiv vertrackten Momenten nicht loslässt („Black river“, „One bright star“, „111“). Dazwischen werden treibende Rock’n’Soul-Songs („Echoes round the sun“, „22 dreams“, „Push it along“), feine Singalongs („Sea spray“), Gänsehaut-Pianoballaden („Invisible“, „Lullaby für Kinder“, „Where’er ye go“), psychedelische Instrumental- und Spoken-Word-Nummern („Song for Alice“, „God“) sowie eine minimal instrumentierte Monumentalhymne serviert („Why walk when you can run“), dass es eine wahre Freude ist.

„22 Dreams“ ist BritPop/Rock/Soul auf allerhöchstem Niveau – gemacht zum langsamen Entdecken und oftmaligem Wiederhören. Oder, um es mit den Worten von Dittsche zu sagen: Paul Weller ist ein reiner Guter und ein echter Titan. Und jetzt kommst Du!

Anspieltipps:

  • Invisible
  • 22 dreams
  • Push it along
  • Cold moments
  • Where’er ye go
  • Echoes round the sun
  • Why walk when you can run
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