Nachtgeschrei - Hoffnungsschimmer - Cover
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Nachtgeschrei Hoffnungsschimmer


  • Label: Massacre Records
  • Laufzeit: 60 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Folk Metal heißt der neue Trend in der deutschen Musiklandschaft. Jahr für Jahr strömen mehr Besucher zu den Konzerten der Genre-Flagschiffe wie Subway To Sally, In Extremo oder Schandmaul und sogar die großen Szene-Events wie das Feuertanz Festival melden bereits Monate vorher „ausverkauft“. Kein Wunder also, dass immer mehr Bands auf der Bildfläche auftauchen, die sich einem ähnlich mittelalterlich angehauchten Stil verschrieben haben. „Nachtgeschrei“ ist eine dieser jungen Formationen, die nun mit dem Album „Hoffnungsschimmer“ ihr Debüt unter die Anhängerschar bringen.

Das startet erst einmal mit einem atmosphärischen Intro, bevor es mit dem Titeltrack „Hoffnungsschimmer“ gleich ordentlich zur Sache geht. Die Dudelsackattacken klingen zusammen mit den harten Gitarren etwas wie die neueren Werke der Kollegen von Saltatio Mortis. Eine durchaus eigene Note dagegen bringt Sänger Hotti in den gewohnten Mittelalter-Metal-Sound mit ein. Ein gewisser Widererkennungsfaktor kann den Folk Rockern also durchaus bescheinigt werden. Abgesehen davon rockt bereits die Eröffnungsnummer richtig los und setzt sich im Ohr fest. Das gleiche gilt auch für die darauf folgenden „Räuber der Nacht“.

Ebenfalls im rockigen Midtempo Bereich angesiedelt sind „Deine Spur“, „Windstill“ und „Drei Lügen“, wobei vor allem die beiden erstgenannten abermals durchaus zu gefallen wissen. Nur der Refrain von „Drei Lügen“ will sich nicht so recht im Kopf festsetzen. Dann wird es mit „Lass Mich Raus“ erstmals etwas ruhiger. Von akustischen Gitarren getragen erinnert dieser Song schon fast an deutsches Liedermachertum. Abermals mit einem ruhigen Intro beginnt das Instrumental „Wütis“, bevor die mittelalterlichen Instrumente und E-Gitarren richtig loslegen. Ähnliche Zwischenspiele ist man auch von Schandmaul gewohnt, das ändert aber nichts an der musikalischen Klasse des Songs.

„Die Flügel“, „Das Spiel“ und „Der Meister“ sind dann wieder typische Mittelalter-Rock Nummern mit viel Dudelsäcken, Drehleiern sowie Gitarren- und Schlagzeugattacken. Zum Abschluss kommt dann noch einmal eine echte Akustikballade. „Reise Zu Den Seen“ ist mit Abstand der ruhigste und nachdenklichste Song der Platte. Freunde besinnlicher Momente kommen hier auf ihre Kosten, Ohrwurmmomente hat dieses Album ansonsten aber bessere zu bieten.

Richtig innovativ in der Mittelalterszene stechen Nachtgeschrei mit diesem Album nicht hervor. Die Zutaten sind allesamt bekannt und von vielen Kollegen schon in ähnlicher Form vorgemacht worden. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass das hier zu hörende Songmaterial für den Genre-Freund durchgängig gehobene Kost bietet. Das Rad erfinden Nachtgeschrei mit „Hoffnungsschimmer“ nicht neu. Dafür aber bekommt man 12 Mittelalter-Rock-Nummern die selbst neben den großen Namen von Schandmaul bis In Extremo eine gute Figur machen.

Anspieltipps:

  • Hoffnungsschimmer
  • Räuber Der Nacht
  • Wütis

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