Jenniffer Kae - Faithfully - Cover
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Jenniffer Kae Faithfully


  • Label: Starwatch/WEA
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Irgendwie war es von Anfang an klar, dass Jenniffer Kae eine Karriere als Sängerin machen würde. Denn die Musik wurde ihr von den Eltern in die Wiege gelegt, die beide langjährige Berufsmusiker sind. So wurde Jenniffer in ein Künstlerleben hineingeboren, das u.a. mit 16 (!) Wohnortwechseln, verteilt über den halben Globus, verbunden war, aber so spannend war, dass für Jenniffer nichts anderes als der gleiche Berufswunsch ihrer Eltern in Frage kam.

Die letzten acht Jahre verbrachte die 20-jährige Deutsche, die auf den Philippinen geboren wurde, mit ihren Eltern und der jüngeren Schwester Laura in einem beschaulichen Dorf im Hunsrück. An eine Musikerkarriere mag man da gar nicht denken. Doch im Alter von 16 Jahren bekommt der Traum konkrete Züge. Tokio-Hotel-Produzent Peter Hoffmann hört Jenniffers Stimme und lädt sie zum Vorsingen ein. Er ist begeistert von der Schülerin, doch einen Schnellschuss soll es nicht geben. Vier Jahre (!) probiert das Duo Hoffmann/Kae musikalische Konzepte aus. Sie versuchen es mit deutschen Texten, aber Jenniffers Sprach- und Rhythmusgefühl ist eindeutig international geprägt.

Die Lösung liegt in einem Schulterschluss mit den erfahrenen englischen Songschreiber- und Produzententeam Steve Chrisanthou und John Beck (Corinne Bailey Rae, Michael Bolton, Tasmin Archer, Charlotte Church). Eine intensive Zusammenarbeit beginnt, in der Jenniffer nicht nur den Part der Interpretin innehat. Von Anfang an wird sie auch in die Textarbeit integriert. Und mit Warner Music wurde zudem eine Plattenfirma gefunden, die mit ihrem Starwatch-Label für gute Aufbauarbeit und Künstlerpflege bekannt ist. Hier erscheint nun das Debütalbum von Jenniffer Kae, das nicht nur andeutet, dass sich die lange Aufbauarbeit von Peter Hoffmann gelohnt hat. Und siehe da, ein besserer Veröffentlichungszeitpunkt konnte kaum gefunden werden. Denn die Zeit ist reif für „Faithfully“, das mit 14 Soul-Popsongs mitten in das von Amy Winehouse angerissene Soul-Revival hineinplatzt und sich dort auf Anhieb wohlfühlt.

Mit erfrischenden Sommer-Sonne-Gute-Laune-Liedern wie „Coffee cup“, „Little white lies“ und „Ebb and flow“, hinreißenden Balladen wie „Girl back on earth“ und „1000 miles per hour“ sowie feinen Groovern wie „All I need to know“ und „Show a little faith“ bringt Jenniffer Kae ihre Stimme schön zur Geltung – und schon dürfte es wieder Vergleiche mit den großen Soulsängerinnen hageln. Doch die 20-Jährige hat ihren eigenen Stil, der nicht sofort Déjà-vus hervorruft, wie etwa bei Stefanie Heinzmann und Joss Stone. Klingt gut, aber auch auf „Faithfully“ ist nicht alles Gold, was glänzt. Denn bei einer Anzahl von 14 Songs sind eindeutig ein paar Füller zuviel an Bord, die den guten Gesamteindruck etwas trüben und „nur“ durch die tolle Stimme Jenniffer Kaes nicht kaschiert werden können. Dennoch, „Faithfully“ ist ein gelungenes Debüt, das beschränkt auf neun bis zehn Songs eine ganze Note besser abschneiden würde.

Anspieltipps:

  • Trouble
  • Education
  • Ebb and flow
  • Show a little faith
  • Girl back on earth
  • Love is a lonely game
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