Bodi Bill - Next Time - Cover
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Bodi Bill Next Time


  • Label: Sinnbus/ALIVE
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Keine Atempause! Cirka ein Jahr nach ihrem Debüt-Release „No More Wars“ steht bereits der Nachfolger der nunmehr zum Trio angewachsenen Berliner Band in seinen elektronischen Startlöchern. „Next Time“ lautet der Titel des insgesamt zehn nagelneue Songs umfassenden Werkes. Und es scheint so als haben sich Bodi Bill hier ein Stück von früheren Gratwanderungen zwischen Folk-Pop und scheppernden Bassschlägen verabschiedet. Das ganze verlagert sich doch zunehmend in die dunklen Ecken chilliger Clubkeller.

Dort kann man dann Songs wie den metallisch-sterilen und reichlich bassgetränkten Opener „One Or Two“ aufspüren, der mit seiner düsteren Atmosphäre ausgezeichnet den Gesamtcharakter der neuen Scheibe verkörpert. Oder auch den dezent unaufgeregten und vermeintlich in einer Tropfsteinhöhle aufgenommenen Synthie-Wummer „Needles“. Immer wieder tränken sich die Lieder auf „Next Time“ in diversen Soundschnipseln, undefinierbaren Hintergrundklängen oder auch mal wirr durcheinander spukenden Kinderstimmen. Hier muss man sich schon etwas mehr Zeit für nehmen.

Die erste Singleauskopplung des Albums „I Like Holden Caulfield“ ist dagegen wohl der eingängigste Track und seine sprechgesangsartig unterlegten Beats werden ohne Frage ausgiebig das Tanzareal füllen können. Am besten gefallen Bodi Bill jedoch wenn sie wie schon auf „No More Wars“, ihre ruhigen und intimem Arrangements entfalten lassen. Das zunächst von einer Melodie beschnitten zu scheinende „Tip Toe“ entschleiert sich nach mehreren Durchläufen, zu einem in geradezu improvisierten Jazzstrukturen wandelnden Höhepunkt. Auch das traurig schöne „Small Sorrows, Great Songs“, das Klaviergetragene „Henry“ oder das uneingeschränkte Highlight der Platte „Depart“, welches im Stile von Elektro-Indie-Künstlern wie „Tunng.“ oder auch „Electric President“ daherkommt, vermögen melancholisch wie auch melodisch in ihren Bann zu ziehen.

Weniger Perkussion, eine Prise Beatlastiger und etwas düsterer. So klingen Bodi Bill im Jahr 2008. Allen Freunden elektronischer Musik mit einem Faible für vereinzelte melancholischer Momente ist „Next Time“ wärmstens ans pulsierende Trommelfell zu legen. Durch die insgesamt manchmal etwas zu trocken geratene Produktion verliert der Sound der Band zwar ein kleines bisschen an Charme. Dennoch schaffen die drei Berliner mit ihrem neuen Album das, was so vielen Bands nach ihrem Debüt versagt bleibt. Einen guten und einnehmenden Nachfolger eines ausgezeichneten Erstlings abzuliefern.

Anspieltipps:

  • One Or Two
  • Tip Toe
  • Henry
  • Depart

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