Bonnie Prince Billy - Lie Down In The Light - Cover
Große Ansicht

Bonnie Prince Billy Lie Down In The Light


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 46 Minuten
Artikel teilen:
8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Perfektion ist in diesem Fall wirklich ein Wort, das man in den Mund nehmen darf.

Tausendsassa Will Oldham veröffentlicht seit 1998 unter dem Pseudonym Bonnie Prince Billy und das tut er ausführlich, wenn man bedenkt, wie regelmäßig und schnell neues Material von ihm in die Läden wandert und dort auf eine eingeschworene Fangemeinde trifft. Nach dem Longplayer „The Letting Go“ (2006) und der letztjährigen EP „Ask Forgiveness“ holte sich Will Oldham für das neue Werk „Lie Down In The Light“ neben seinem Bruder Paul (Bass) sowie Emmett Kelly (Gitarre) auch den amerikanischen Multiinstrumentalisten Shahzad Izmaily (Percussion, Klavier, Gitarre, Banjo) und die wundervolle Ashley Webber als Duettpartnerin ins Studio, von der Beteiligung Mark Nevers (Calexico, Lambchop) als Produzent mal ganz abgesehen. Das ergibt eine überaus gelungene, feinfühlige Besetzung und dem lichtdurchfluteten Longplayer eine hochklassige Note, die nahezu jedes Stück Musik aus der Feder von Bonnie Prince Billy ziert. Man könnte fast meinen, es mit einem Magier zu tun zu haben, aber Will Oldham ist Musiker mit Herzblut und das lebt er in jeder Sekunde mit Gefühl und Authentizität.

Allein schon „Glory Goes“ ist ein Wohlklang allererster Güte und bringt mit lieblichen Percussions sowie Irish Fiddle die Distanz zu einem großen Album zum schmelzen. Überhaupt ist diese Nähe zum Hörer, die die Musik von Bonnie Prince Billy so großartig macht, wieder einmal DER Bezugspunkt und wird von einem reichhaltigen Instrumentarium ergänzt, dass der fragilen Gesangskunst des Amerikaners ideal steht. Auch ein lauteres, von direktem Gitarren-Picking überzogenes „So Everyone”, das etwas schräg anmutet, passt in den Kontext, welcher dieses Mal deutlich positiver gehalten ist und mehr Lebensfreude als zum Beispiel “The Letting Go” versprüht. Dabei besticht nicht nur die wohlige Stimme Oldhams, sondern auch die der Gastsängerinnen, allen voran Ashley Webber, die die dominantesten Parts übernimmt. Beim dichten Akustikgitarren-Sound und den vorsichtigen Chorgesängen von „Other´s Gain” geht einem das Herz auf und wenn man denkt, es könnte nicht mehr schöner kommen, trabt ein nostalgisches Country-Duett in Form von “You Want That Picture” um die Ecke und dramatisiert leicht mit herzhaften Gitarren-Anschlägen, die von rhythmisch höchst ausgefeilten Percussions sanft aufgefangen werden.

Perfektion ist in diesem Fall wirklich ein Wort, das man in den Mund nehmen darf. Es lassen sich genau 12 Songs nennen, die jeder für sich ein kleines Erlebnis darstellen und einen spätestens in der Gesamtheit nicht mehr loslassen. Wer einmal die Musik von Bonnie Prince Billy in sich aufgesogen hat, ist gefangen in dieser fragilen Schönheit sowie dem Anmut der kargen und doch so wohl ausgearbeiteten Arrangements. Da macht auch „Lie Down In The Light“ keine Ausnahme und ist vielleicht sogar nochmals eine Steigerung zu seinem bisherigen Output, auch wenn dieser nahezu undurchschaubar verzweigt ist und eine Konkurrenz zwischen den Werken Oldhams so unwichtig erscheint, wie so mancher Singer/Songwriter. Die Liga von Will Oldham aka Bonnie Prince Billy ist zumindest über jeden Zweifel erhaben.

Anspieltipps:

  • Glory Goes
  • You Want That Picture
  • What´s Missing Is
  • Where Is The Puzzle

Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
Diskutiere über „Bonnie Prince Billy“
comments powered by Disqus