Look See Proof - Between Here And There - Cover
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Look See Proof Between Here And There


  • Label: Weekender/INDIGO
  • Laufzeit: 34 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Fünf Singles in den UK Indie-Charts zwischen 2006 und 2008 – das sieht auf den ersten Blick nach einer Genregröße wie The Kooks aus. Dass hinter diesem eindrucksvollen Erfolg tatsächlich die hierzulande noch recht unbekannte Band Look See Proof steckt, ist da schon eher verwunderlich. Doch ob das Debütalbum „Between Here And There“ auch hält, was die Vorschusslorbeeren versprechen, muss erst einmal überprüft werden.

Nach einem richtig schön nach Garagen-Rock klingenden Intro, geht es mit dem ersten Upbeat-Song „You Don’t Get It“ los. Schon hier werden die für die Scheibe typischen Trademarks hervorgeholt: zügiges Tempo, eine auf Oldschool getrimmte Produktion und die Stimme von Sänger Lee Sells. Diese erinnert in manchen Momenten an Billy-Talent-Frontmann Benjamin Kowalewicz, auch wenn die für dessen Band charakteristische Härte natürlich nie erreicht wird. Dasselbe gilt leider auch für den Ohrwurmcharakter des ersten, genauso wie der folgenden Titel. Zwar gehen die Nummern allesamt ins Bein und könnten live für einige Stimmung sorgen, wirklich im Ohr festsetzen wollen sich die 12 Nummern leider nicht, zumal sie auch noch stilistisch allesamt in die gleiche Kerbe schlagen.

Die Gradwanderung zwischen „konsequent“ und „langweilig“ ist bei Look See Proof noch deutlicher als bei vielen ihrer Kollegen ausgeprägt. Immerhin gibt sich die Band musikalisch keine Blöße. Mit teils durchaus interessanten Rhythmen und Breaks, werden die unspektakulären Songs deutlich aufgepeppt. Auch findet sich kein wirklicher Totalausfall auf dem Album. Aber das gilt eben im gleichen Maße für die Hitdichte. Nicht eine der Nummern motiviert wirklich zum Drücken der Repeat-Taste.

Einige nette Aha-Momente gibt es dennoch: der ungewöhnliche Sprechgesang in „High Horse“ und die Mitsingchöre von „Discussions“ gehören beispielsweise dazu. Möglicherweise steckt in Look See Proof noch einiges Potenzial, das bei dieser Veröffentlichung noch nicht ganz ausgeschöpft wurde. Ausgesprochene Indie-Rock-Freunde können dennoch ein Ohr riskieren. Alle anderen warten auf das nächste Lebenszeichen dieser noch jungen Band.

Anspieltipps:

  • You Don’t Get It
  • Discussions

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