Dire Straits - Brothers In Arms - Cover
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Dire Straits Brothers In Arms


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 55 Minuten
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9.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Mitte der 80er Jahre, als die CD gerade den Markt eroberte, wurde auf dem noch jungen Medium mit „Brothers In Arms“ von den Dire Straits eines DER Alben der Dekade veröffentlicht. Dire Straits – das waren zu Beginn vor allem die Knopfler-Brüder Mark und David. Schon vor „Brothers In Arms“ konnte sich die Band einen internationalen Ruf erspielen. Maßgeblich hierzu trugen Singles wie z.B. „Sultans of swing“ (1978) bei. Dass David 1980 der Band den Rücken kehrte, um seine eigenen musikalischen Vorstellungen zu verwirklichen, änderte nichts am anhaltenden Erfolg. Im Gegenteil. 1985 erschien mit dem hier besprochenen Werk das wohl beste Dire-Straits-Album.

Der erste Eindruck zählt. Immer und überall. Das Cover von „Brothers In Arms“ ist in seiner schlichten Eleganz ein echter Hingucker. Die im Himmel hängende Edelstahlgitarre schreit förmlich nach Klassikeralbum. Der zweite erste Eindruck, nämlich der auf akustischer Ebene, steht dem Optischen in Nichts nach. „So far away“ ist sicherlich einer der gelungensten Eröffnungstracks der Musikgeschichte. Der gefühlvolle Rocksong im Midtempobereich geht sofort in Fleisch und Blut über. Es ist ein Lied über unerreichte Liebe und spricht damit wohl jeden Hörer an. Trotz seiner nachdenklichen Stimmung macht der Song einen selbstzufriedenen Eindruck. Fast als möchte er sagen: „Du bist nicht hier, aber es ist ok, weil es mich gibt.“

„Money for nothing“ spannt den Hörer zunächst auf die Folter. Ganz ruhig beginnend und immer lauter werdend, erwartet man den großen Knall. Dieser wird durch dezentes Drumming eingeleitet und materialisiert sich wenig später durch einen heftigen Bruch, der mit Unterstützung eines leicht angeschrägten Gitarrensolos in den eigentlichen Song mündet. Wenn man bedenkt, dass das Lied aus den 80ern stammt, muss man den Text schon beinah als zukunftsweisend bezeichnen – leider. Mark Knopfer singt über die „Arbeit“ als MTV-Musikstar, der nichts weiter tun und können muss als gut auszusehen um „Money for nothing“ und „Chicks for free“ zu bekommen. Über das darauffolgende „Walk of life“ muss man keine großen Worte mehr verlieren. Einer der Gassenhauer der 80er mit Stammplatz auf jedem Sampler dieser Dekade. „Your latest trick“ ist seinem starken Blues-Einschlag bestens geeignet für kuschelige Stunden zu Zweit. Licht herrunterregeln, die Kinder ins Bett schicken und in vertrauter Zweisamkeit dem leicht nuschelnden Mark Knopfler zuhören.

Noch eine Spur sanfter wird es mit „Why worry“. Das Lied handelt davon, dass auf schlechte Tage auch wieder gute Tage folgen, so dass man sich nicht allzu sehr den Kopf über die Mühseligkeiten des Lebens zerbrechen sollte. „Ride across the river“ ist ebenfalls von der ruhigeren Sorte, schlägt textlich aber eine ganz andere Richtung ein. In diesem Song über Krieg und Frieden stellt Knopflers Gitarre ein immer wieder aufheulendes Mahnmal dar. Thematisch und musikalisch ähnlich fällt „The man's too strong“ aus. Das unauffälligste Lied des Albums. „One world“ zeigt wieder die rockigere Seite der Dire Straits. Was dem Song an Einprägsamkeit fehlt, macht Mark Knopfler mit seinem Gesang und Gitarrenspiel locker wett. Alles nur Vorspiel. Alles nur Geplänkel. Abschluss und Höhepunkt eines großartigen Albums stellt ein Song dar, der in einer Liga mit Led Zeppelins „Stairway to heaven“ und anderen Meilenstein angesiedelt ist. „Brothers in arms“ ist einfach Gänsehaut pur. Jedes weitere Wort ist überflüssig.

Fazit: „Brothers In Arms“ stellt als Album und als Song den Höhepunkt der Bandgeschichte dar. Ruhige und rockige Lieder halten sich die Waage und schöpfen die Möglichkeiten des damals neuen Mediums voll aus. Das Album hatte großen Anteil daran, dass sich die CD durchsetzen konnte. Möge sie uns noch lange erhalten bleiben!

Anspieltipps:

  • Why worry
  • Walk of life
  • So war away
  • Your latest trick
  • Brothers in arms

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