Amaseffer - Slaves For Life - Cover
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Amaseffer Slaves For Life


  • Label: Inside Out/SPV
  • Laufzeit: 78 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Amaseffer kommen aus Israel und behandeln in ihrem Debütalbum den Auszug der Israeliten aus Ägypten anhand des Alten Testaments. Zwei Teile sind noch angekündigt worden, die den Zyklus abschließen sollen. Ein gewagtes Experiment für eine Band, keine Frage. Aber am Ende zählt dann eben doch wie alles umgesetzt wurde und ob das Ergebnis zufriedenstellend ist. Im Falle „Slaves for life“ ist zwar die Präsentation sehr stark geworden, den gewöhnlichen Musikhörer wird das stilübergreifende Konzeptwerk aber kaum ansprechen, denn Hanan Avramovich (Gitarre), Yuval Kramer (Gitarre) und Erez Yohanan (Schlagzeug, Perkussion), die sich als Leadsänger Mats Leven (Therion, Ex-Yngwie Malmsteen) geschnappt haben, schrecken nicht davor zurück einen interaktiven Soundtrack auf die Beine zu stellen, der angefangen bei einem Erzähler auch mehrere Unterbrechungen beinhaltet, die immer wieder musikalische Themen und Melodien der israelischen und ägyptischen Kultur aufgreifen.

Der Band war also nicht vorrangig wichtig musikalisch zu überzeugen, sondern den Hörer möglichst nahe an das Geschehen ihres Volkes anhand von hebräischen Textpassagen und einem dichten Klangerlebnis zu bringen. Dies führt unweigerlich zu einer Zwickmühle, denn einfach auf die Beine zu stellen war dieser bombastische Brocken aus progressivem Rock, Metal, World Music und orchestralem Beiwerk sicher nicht, aber selbst für Aufgeschlossene dürfte „Slaves for life“ stellenweise zu langatmig und behäbig wirken, vor allem dann, wenn nach einer umwerfend aufgebauten Stimmung mit Filmmusik-Feeling diese durch einen halbherzigen Hardrock-Part verworfen und zunichte gemacht wird („Birth of deliverance“).

Leider passiert diese Unstimmigkeit der einzelnen Teile untereinander öfter und die mehreren kleinen Zahnräder wollen nicht zu einem großen Ganzen ineinander greifen. Nichtsdestotrotz hat der Dreier wirklich einige herausragende Melodien zu bieten, die gelegentlich über dieses Manko hinwegsehen lassen und ein einzigartiges Abenteuer im Kopf kreieren. Unterm Strich wird der Exodus der Israeliten, wie er von der israelischen Band in „Slaves for life“ präsentiert wird, nur einer kleinen Zielgruppe vorenthalten bleiben, denn dafür ist die Herangehensweise, die Amaseffer gewählt haben, zu unkonventionell und (im positiven Sinne) eigensinnig.

Anspieltipps:

  • Zipporah
  • The Wooden Staff
  • Land Of The Dead

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