The Offspring - Rise And Fall, Rage And Grace - Cover
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The Offspring Rise And Fall, Rage And Grace


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 44 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Longplayer Nummer neun reit sich irgendwo in der hintersten Ecke der The-Offspring-Veröffentlichungen ein.

Was erwarten Fans von einer neuen The-Offspring-Scheibe nach geschlagenen 4½ Jahren Wartezeit, die ganz nebenbei die bisher längste zwischen zwei Alben der amerikanischen Punkrocker darstellt? Eine zweite Abreibung wie das halbstündige „Splinter“ (12/2003) oder doch eher einen zweiten Sarkasmusbrocken in Highspeed Marke „Conspiracy of one“ (11/1998)? Die Antwort: Dexter Holland (Gesang, Gitarre), Noodles (Gitarre) und Greg K (Bass) strecken den Mittelfinger aus und beglücken uns mit einem Longplayer, der mit erwachsenem Songwriting geizt und nicht im Ansatz beim ersten Mal zündet. Hat er das aber erst einmal getan, dann gleicht die Qualität der Songs auf „Rise and fall, rage and grace“ leider keineswegs die aufgewendete Zeit wieder aus.

Moment! Ein The-Offspring-Album, das nicht beim ersten Durchgang für ausgelassene Stimmung sorgt und dessen Gunst erst mühsam erarbeitet werden muss? War es bei Werken dieser Band früher nicht immer so, dass man in den Musikladen ging, die neueste Platte der Orange County-Truppe kauft und weiß was man bekommt? Mit Langrille Nummer 9 hört sich diese Gepflogenheit anscheinend auf, denn nach einem kurzen Muse-Seitenhieb zu Beginn von „Half-truism“ („New born“ von „Origin of symmetry“) starten die Kalifornier äußerst zurückhaltend. Zwar knüpft „Trust in you“ an alte „Smash“-Zeiten (04/1994) an, doch schon der stampfende Rocker „You´re gonna go far, kid“ lässt jeglichen Biss und sarkastischen Wortwitz früherer Veröffentlichungen vermissen und die Nu Metal-artigen Riffs in „Hammerhead“ sind ohnehin völlig fehl am Platz.

Mit „A lot like me“ beschreiten The Offspring anschließend Neuland und zeigen Dexter zum ersten Mal wie es klingt, wenn er mal nicht ins Mikro schreit, sondern seinen Text ruhig vorträgt, obwohl die eine oder andere Passage an Linkin Parks „Shadow of the day“ erinnert. Danach geht es wieder zurück in den bekannten musikalischen Kosmos der Punkrocker, mehr als guter Durchschnitt ist „Takes me nowhere“ aber leider nicht. In „Kristy, are you doing okay“ packen die Kalifornier dann die Akustikgitarre aus und knallen dem Hörer eine Feuerzeugballade um die Ohren, die auf Dauer allerdings zu eintönig aus den Boxen perlt, während „Nothingtown“ an und für sich überzeugt, aufgrund seiner halbherzigen Stadionrock-Ambitionen jedoch etwas befremdlich wirkt.

Glücklicherweise haben Holland & Co. mit „Stuff is messed up“ und „Let´s hear it from rock bottom“ qualitativ wieder einen kurzen Aufschwung, denn über den grauenvoll kitschigen „Wake me up when september ends“-Abklatsch (Green Day) „Fix you“ und das „American idiot“-Plagiat „Rise and fall“ breiten wir lieber den Mantel des Schweigens. Damit reiht sich Longplayer Nummer neun irgendwo in der hintersten Ecke der The-Offspring-Veröffentlichungen ein, denn überzeugend ist die Vorstellung trotz einiger positiver Ausrutscher, die sie auf „Rise and fall, rage and grace“ abliefern, keineswegs. Künstlerische Entfaltung hin oder her, so eine über weite Strecken zahnlose, abkupfernde und unnötig überambitionierte Vorstellung wollen wir in Zukunft nicht mehr hören!

Anspieltipps:

  • A Lot Like Me
  • Stuff Is Messed Up
  • Let´s Hear It For Rock Bottom

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