The Pigeon Detectives - Emergency - Cover
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The Pigeon Detectives Emergency


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Keine Spur vom schwierigen zweiten Album, sondern konsequentes Zitieren der angesagtesten Bands des Genres.

Es war schon etwas größenwahnsinnig gleich nach der Veröffentlichung des Debüts „Wait for me“ (06/2007) die ganze Welt wissen zu lassen, dass genau ein Jahr später der Nachfolger das Licht der neonbeleuchteten Musikläden erblicken soll. Doch wider Erwarten halten The Pigeon Detectives ihr Wort und legen mit „Emergency“ das zweite Indie-Rock durchflutete Album vor, das innerhalb von drei Wochen in Monnow Valley in South Wales geschrieben und unter Aufsicht von Produzent Stephen Street (The Smiths, Blur) aufgenommen wurde. Und wie zu erwarten bekommt der geneigte Hörer den selben Mix aus Brit Pop, Rock´n´Roll und bierseligen Stadionhymnen, die schon auf dem Debüt wunderbar funktioniert haben und mit dem die fünf Briten bereits einen beachtlichen Erfolg erzielen konnten (Platin in England für eine Viertel Million verkaufter Platten).

Also keine Spur vom schwierigen zweiten Album, sondern konsequentes Zitieren der angesagtesten Bands im Genre wie Franz Ferdinand, Kaiser Chiefs, The Kooks, The Cribs oder natürlich The Strokes. „As a band we all started off listening to The Beatles, then we grew up as teenagers with Oasis. But it was only when The Strokes and The Libertines came along that it suddenly seemed possible for us to actually make it as a band” erklärt Sänger Matt Bowman, der nur allzu gerne seine Herkunft durchscheinen lässt und mit einem Slang ins Mikro raunzt, der zwar nicht mit den coolen, dahingefetzten Vocals eines Alex Turner (Arctic Monkeys) mithalten kann, aber dennoch einen gewissen Charme versprüht. Seine Bandkollegen Oli Main (Gitarre), Ryan Wilson (Gitarre), Dave Best (Bass) und Jimmi Naylor (Schlagzeug) versuchen ebenfalls ihr Bestes um den hart umkämpften Brit Pop/Rock-Thron an sich zu reißen, doch leider haben sie es nicht geschafft den Fehler auszumerzen, der schon dem Vorgänger höhere Noten verwehrte.

Zwar muss man der Truppe aus Leeds eingestehen ihre zweite Scheibe mit präzisen Hooklines und eingängigen Melodien ausgestattet zu haben, die einem so schnell nicht aus dem Kopf gehen wollen, trotzdem schleicht sich bei mehreren Songs ein Déjà-vu-Erlebnis ein, welches nicht nur durch die Ähnlichkeit zu oben genannten Bands entsteht, sondern auch aufgrund einer – sagen wir mal – fehlenden, längeren Auseinandersetzung mit dem eigenen Material, denn oftmals hat es den Anschein die „Taubendetektive“ agieren mehr aus Pflichterfüllung ihrer eigenen Aussagen gegenüber (Album fertig stellen) anstatt etwaige Mängel in den Songs noch einmal zu überdenken und auszubügeln.

Damit bleiben The Pigeon Detectives wegen der vielen Referenzen (um es mit einem Album der Hives zu nennen) so etwas wie „Your favourite new band“, unterm Strich betrachtet fehlt ihnen im ewigen Konkurrenzkampf im Genre letztendlich dann doch die entscheidende Eigenständigkeit und (anscheinend) ein längerer Arbeitsprozess um die Nase vorne zu behalten. Mit voll aufgedrehter Anlage vergisst man so was aber ganz schnell und „Emergency“ macht nicht nur die Nachbarn glücklich.

Anspieltipps:

  • She´s Gone
  • Keep On Your Dress
  • Everybody Wants Me
  • Love You For A Day (Hate You For A Week)

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