Electric President - Sleep Well - Cover
Große Ansicht

Electric President Sleep Well


  • Label: Morr Music/INDIGO
  • Laufzeit: 53 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Twelve pop songs about dreams and nightmares“! Ben Cooper und Alex Kane öffnen auf „Sleep Well“ erneut das Tor in eine melancholisch-dunkle, aber zeitgleich auch strahlende Soundlandschaft. Hier wo der Wind die farbenfrohen Melodien in alle Himmelsrichtungen zu verwehen scheint und wo man sich auch mit den dunklen Abgründen arrangieren muss. Hier sind Electric President zu Hause und heissen einen Willkommen.

Zwei Jahre nach dem selbst betitelten Erstling und dem akustischen Soloausflug von Coopers Alter Ego „Radical Face“, beehrt und das Duo aus Jacksonville Beach in Florida nun mit der zweiten offiziellen Veröffentlichung ihres Indietronic-Projekts „Electric President“. Und auch auf „Sleep Well“ bewegt sich das Duo wieder zwischen gitarrenlastiger Popmusik und beatträchtiger Elektronikverspieltheit. Scheinbar traumwandlerisch sicher machen sie genau da weiter wo sie bei ihren letzten Aufnahmen aufgehört haben. Die nahezu geflüsterten Vokals von Cooper hauchen sich von einem Takt in den nächsten. Überall lassen sich verstreute und dezent im Hintergrund scharrende und knacksende Soundschnipsel verorten und die aufs erste Ohr unauffälligen Kleinigkeiten entfalten sich proportional zur Durchlaufrotation. „Monsters“ oder „We Will Walk Through Walls“ überzeugen durch ihre ruhigen Arrangements und werden, sobald eine euphorische Ausschweifung Marke Sigur Ros ins Lied steht, durch die disziplinierten und metallisch anmutenden Drums wieder in ihre Songumlaufbahn gedrängt.

Auch sonst wandelt „Sleep Well“ zwischen penibel arrangierter Strukturvorgabe auf der einen und märchenhaftem Hymnengebilde auf der anderen Seite. Dieser Balanceakt ist beeindruckend und verleiht Nummern wie dem anfangs rauen, dann aber von der Akustik-Klampfe in Sicherheit gezupften „Graves And The Infinite Arm“ oder dem weit hallenden, vermutlich in einem Panic Room aufgenommenen „Robophobia“ das besondere Etwas. Und dann gibt es noch „Ether“. Am ehesten als eine semi-hymnische, zu keinem Zeitpunkt theatralisch anmutende Weltall-Oper zu umschreiben. Schwerelos und mystisch schwebt der Song über allem und gehört ebenso wie das zauberhaft erhabene „Lullaby“ in jedermanns Gehörgänge.

Sich durch ihre melancholischen Landschaften geleiten lassen. Die dunklen wie auch strahlenden Ecken erkunden und den akustischen Spuren von Cooper und Kane nachgehen. Electric President sind hier zu Hause. „Sleep Well“ ist das Terrain in dem sie wieder überzeugen können und auf dem es vieles zu entdecken gibt. Also ab durchs Tor und sich zusammen mit den Melodien in alle Himmelrichtungen verwehen lassen.

Anspieltipps:

  • Monsters
  • Graves And The Infinite Arm
  • Ether
  • Lullaby

Neue Kritiken im Genre „Electro“
5/10

Spectra
  • 2017    
7/10

The Click
  • 2017    
Diskutiere über „Electric President“
comments powered by Disqus