Ian Pooley - In Other Words - Cover
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Ian Pooley In Other Words


  • Label: Ministry Of Sound/EDEL
  • Laufzeit: 73 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

„Vier Jahre sind fast schon eine halbe Ewigkeit“ erkennt der Waschzettel zu Ian Pooleys neuestem Oeuvre „In other words“ goldrichtig. Eine derartig lange Pause zwischen zwei Alben können sich nur die wirklich großen Stars der Szene leisten um trotzdem noch immer im Gespräch zu bleiben. Abgesehen von der Tatsache, dass der deutsche DJ und Musikproduzent irischer Vorfahren zur Jahrtausendwende mit „Since then“ (2000) eine äußerst wichtige House-Platte vorgelegt hat, die ihn als richtungsweisend in diesem Genre definierte, ist beinahe ein halbes Jahrzehnt natürlich auch für Pooley eine gewagte Pause, da die Clubs der Welt schließlich täglich mit neuem Material gefüttert werden wollen.

„Ein Album entsteht eben nicht über Nacht. Schließlich ist meine Musik im Laufe der Zeit immer komplexer geworden und dafür habe ich längst mein eigenes Produktions-Tempo gefunden“ kontert der mittlerweile in Berlin wohnende DJ und eröffnet „In other words“ gelassen und ruhig mit einer 2 ½ minütigen Einleitung, die in das ebenso zurückhaltende „5 am“ überleitet, wo bereits seine Vorliebe für perkussionslastige, brasilianische Rhythmen offenkundig wird, die den Song maßgeblich mitbestimmen. Im weiteren Verlauf der Platte beschränkt sich Pooley jedoch nicht nur auf Latin-Elemente, sondern bringt auch einige Electro House-Samples unter („Last nite“, „Learn“) oder gibt sich mit „Steppin´ out“ und „The hippest hip“ überhaupt auf ein ganz anderes Terrain und vermischt Hip Hop-Beats mit wummerndem Deep House.

Klingt alles extrem vielversprechend, ist allerdings bereits nach dem ersten Durchlauf in vielerlei Hinsicht kalter Kaffee. Zwar zeigt Pooley, dass er in sich stimmige Songs abliefern kann, die sowohl zum Entspannen nach einem harten Arbeitstag oder zum bewussten Relaxen mit dem Kopfhörer auf den Ohren geeignet sind, zündende oder innovative Ideen vermissen einige Tracks wie z.B. „Heat“, „My kicks“ oder „It´s you“, die allesamt überdurchschnittlich gut produziert sind, trotzdem, denn der Abwechslung und der Tanzbarkeit des grandiosen, mit Bossa Nova-durchtränktem „Maestral“ oder dem aufgeputschten Deep House „Do the thang“ können sie keine Paroli bieten. Damit ist „In other words“ einerseits ein richtig gutes, aber andererseits auch ziemlich spannungsarmes Album geworden, das ohne weiteres mit verschiedensten Stilelementen durchgehend attraktiv gestaltet wurde, aber heutzutage aufgrund fehlender Weiterentwicklung niemanden vom Hocker hauen wird.

Anspieltipps:

  • Maestral
  • Last Nite
  • Steppin´ Out
  • Do The Thang

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