The Subways - All Or Nothing - Cover
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The Subways All Or Nothing


  • Label: Warner Bros.
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Musikgeschichte schreiben die Subways mit „All Or Nothing“ noch nicht. Sie bedienen sich an mancher Stelle wieder eher aus ihr, als sie wirklich fortzuführen.

Als in den letzten Jahren die große Welle junger, dynamischer Indie-Rock-Bands die Musiksphäre mächtig aufwirbelte, wurde auch das Trio Billy Lunn, Charlotte Cooper und Josh Morgan, besser bekannt als The Subways, an die Oberfläche gespült. So weit, so gut, denn das schafften in dieser Zeit bekanntlich nicht wenige Bands, die mit ihrem Sound im allgemeinem Trend mitschwammen. Die Kunst lag darin, sich von dieser Homogenität abzusetzen und das eigene Profil zu stärken. Schließlich möchte man den Hype ja überleben!

Wie genau erreichten dies die drei Briten, die nun ihr zweites Album „All Or Nothing“ auf den Markt bringen? Zum einen durch die unheimliche Ausdauer, mit der die Band satte vier Jahre lang auf den Bühnen verschiedener Kontinente unterwegs war und sich im kollektiven Gedächtnis der Musikszene festsetzen konnte. Zum anderen natürlich auch durch ihre musikalischen Vorzüge: Ein energiegeladener Rock-Sound ohne viele Schnörkeleien, gepaart mit einem gesundem Maß Facettenreichtum, in dem manchmal auch die Klänge so manch anderer Band aufblitzen, bildet die Grundlage des erreichten und zukünftigen Erfolgs dieser Herzblut-Musiker. Dabei ist das zweite Album des Trios keine Selbstverständlichkeit, standen die Subways doch nach einer heiklen Stimmband-Operation von Frontmann Billy Junn kurz vor dem Aus. Ein unbändiger Wille und die große Liebe zur Musik ließen den südenglischen Sänger glücklicherweise in sein Element zurückkehren.

Große Momente hat das neue Werk vor allem dann, wenn man sich auf alte Stärken besinnt: Da sind einerseits wieder die rauen und kraftvollen Songs, die ohne wenn und aber nach vorne preschen, dann aber in eine mitreißende Melodie übergehen und in einen charmanten Refrain münden. Charmant auch deswegen, weil das eigentlich eher lasche Stimmchen von Bassistin Charlotte Cooper eine gute Ergänzung zu Billy Lunns Gesängen bietet. Die zu Beginn fast in Muse-Manier wütende erste Singleauskopplung „Girls and Boys“ oder auch die zum Teil ungestümen „Kalifornia“ und „Always Tomorrow“ fügen sich perfekt in diese Beschreibung. Hitpotential ist auf der Platte genauso zu finden, wie dies schon auf dem Vorgänger „Young For Eternity“ der Fall war. Statt „Rock & Roll Queen“ und „Oh Yeah” heißen diese Songs nun „Shake!Shake!“ und „Alright“, wobei letzterer wohl den poppigsten Moment der Scheibe markiert, aber durchaus nicht den schlechtesten.

Den findet man dort, wo die sonst so mitreißende und ausgelassene Leichtigkeit verloren geht und in eine seltsame Angestrengtheit, Unausgereiftheit und Zwanghaftigkeit umschlägt, so wie dies zum Glück nur in „Turnaround“ passiert. Die ruhigeren und verträumten Parts des Albums „Strawberry Blonde“ und „Lostboy“ verfehlen ihre Wirkung dagegen nicht und betten sich recht gut ins Gesamtbild ein.

Musikgeschichte schreiben die Subways mit „All Or Nothing“ noch nicht. Man bedient sich an mancher Stelle wieder eher aus ihr, als sie wirklich fortzuführen. Aber so lange dabei eine sehr abwechslungsreiche und trotzdem irgendwie unverkennbare Mischung aus Indie-Rock, BritPop, Punkrock, Grunge und schönen Akustikmelodien entsteht, gibt es daran rein gar nichts auszusetzen.

Anspieltipps:

  • Girls and Boys
  • Kalifornia
  • Alright
  • Strawberry Blonde

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