Matt Roehr - UHad2BThere: Live Bootleg Vol. 1 - Cover
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Matt Roehr UHad2BThere: Live Bootleg Vol. 1


  • Label: Gonzo Music/Intergroove
  • Laufzeit: 61 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Seit acht Monaten ist das Solodebüt des ehemaligen Böhse-Onkelz-Gitarristen Matthias „Gonzo“ Roehr nun auf dem Markt (das blueslastige „Barra Da Tijuca“ erschien Ende Oktober 2007), da kommt bereits Nachschub in Form eines Live-Albums in die Läden. Man merkt, dass der 46-Jährige sämtliche Freiheiten genießt, die eine Solokarriere ausmachen: Er spielt nur noch das, was ihm Spaß macht, er hat keinen Gruppenzwang mehr und keine Vorschriften, was Veröffentlichungstermine betrifft.

So lässt es sich genüsslich leben, setzt man voraus, dass Roehr durch seine Karriere mit den Onkelz finanziell ausgesorgt hat. Denn musikalisch haut er mit seinem neuen Stil kaum einen Onkelz-Fan vom Hocker, was sich auch kommerziell ausdrückt. Ex-Kollege Stephan Weidner genießt mit seinem Solowerk „Schneller, Höher, Weidner“ jedenfalls größere Charterfolge. Aber das war vielleicht auch ein Grund für die Trennung der Onkelz: Ab jetzt kann jeder machen was er will.

Matt Roehr spielt mit seiner Band weiterhin gut abgehangenen Bluesrock, wie wir ihn von seinem Album kennen. Auf seinem ersten Solo-Live-Album „UHAD2BTHERE: Live Bootleg Vol. 1“ mixt er dabei eigene Stücke mit Coverversionen u.a. von Don Nix („Going down“), Bob Dylan („All along the watchtower“ – wie es sich gehört, fast acht Minuten lang) sowie Ted Nugent („Weekend warriors“) – und leider auch die Aufnahmestätten der elf Songs wild durcheinander. Nach jedem Track wird aus- und eingeblendet und zwischen den Gigs in Hannover (Capitol) und Berlin (Columbia Club) hin und her gesprungen. Für eine tolle Live-Atmosphäre ist dies nicht gerade förderlich, aber es gibt durchaus noch schlimmere Sünden als diese.

Musikalisch hört man Roehr und Band die Spielfreude an. Es gibt ausgiebige Jams und Soli, bei denen jeder mal ran darf (Gitarre, Bass, Orgel, Drums), fast wie in den 70er Jahren. Vielleicht klingt „UHAD2BTHERE: Live Bootleg Vol. 1“ deshalb auch ein wenig altmodisch. Sei’s drum. Als Bluesfan kommt man bei dem „neuen“ Matt Roehr ganz gewiss auf seine Kosten.

Anspieltipps:

  • Going down
  • Made to last
  • Wheel of fortune
  • You had to be there
  • I don’t need no doctor

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