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Trustgame Trustgame


  • Label: Dr. Music/Rough Trade
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Stellen wir mal eine gewagte These auf. Gewagt nicht deswegen, weil sie vollkommen unlogisch erscheint, sondern weil mit ihr wahrscheinlich (aufgrund der Nennung einer Band) kaum jemand etwas anzufangen weiß. Und die wäre: Trustgame aus Duisburg klingen wie eine Mischung aus der Härte von Taproot (etwa „Blue-sky research“ (08/2005)), dem melodischen Unterbau Atreyus und fast derselben Melancholie, die Tourist auf „The relevance of motion“ (09/2006) zelebriert haben. Klingt komisch, ist aber nebenbei auch die Meinung des beiliegenden Waschzettels, der lediglich andere Quellen anführt („Die Band streift das mitreißend Melodiöse von Emocore, die unwiderstehlich vertrackte Dynamik von frühem Nu Metal a la Korn, die rohe Kraft von Punkrock und vor allem im Gesang die großartige Dynamik der 1990er Grunge Helden“), im Grund genommen aber die selbe Meinung über das Debüt der fünf Deutschen hat.

Die lautet nämlich kurz zusammengefasst: Großartig! Nichts anderes geben Thorsten Schwesinger (Gesang, Gitarre), Florian Hegemann (Gitarre), Thomas Kennel (Bass), Kai Schumacher (Piano), Beray Habip (Schlagzeug) nämlich auf dem selbstbetiteltem Debüt nach der EP „Reflections“ (10/2002) und einer Demo-CD (beide nur im Selbstvertrieb) von sich. Egal ob der Fünfer modern und ungehalten aus den Boxen prescht („DNA“, „Break us down“, „Dickcheeze“), eine Alternative Rock-Breitseite auf den Hörer loslässt („Whatever you say“, „Just some words“, „Notorious“, „Vacuum“) oder nachdenkliches, in seinem Drang gedrosselteres Material vorlegt („My satellite“, „Sometimes“) – Hier stimmt einfach alles, wirkt weder verbraucht, noch altbacken und geht sofort ins Ohr.

Besonders hervorzuheben ist „Good-bye harbour“, das mit Schifferklavier und Mariachi-Trompeten veredelt wurde und sich dadurch zu einem Rocksong mit einzigartigem Charme aufschwingt. Ebenso sticht „Tired man“ heraus, ein Song, der von Anfang bis Ende grandios inszenierter Rockmusik entspricht, dessen Niveau viele Bands selbst nach jahrelanger Erfahrung im Musikbusiness nicht erreichen. Wohlgemerkt, bei „Trustgame“ handelt es sich um das Debüt der fünf Duisburger Jungs, auf die noch eine große Karriere warten dürfte. Mit diesen Songs im Gepäck sollte jedenfalls bald das eine oder andere Majorlabel an ihre Tür klopfen.

Anspieltipps:

  • DNA
  • Tired Man
  • Break Us Down
  • Just Some Words
  • Good-Bye Harbour

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