The Whigs - Mission Control - Cover
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The Whigs Mission Control


  • Label: ATO Records
  • Laufzeit: 37 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch wenn The Whigs auf „Mission Control“ nicht von Anfang an steil durch die Decke gehen, hört man ihnen die im Indie- und Punkrock angesiedelten Wurzeln deutlich an.

Aus Athens, Georgia stammen nicht nur die hochgelobten R.E.M., sondern z.B. auch das Trio The Whigs. Dieses legt nach seinem in Eigenregie auf die Beine gestellten Debütalbum „Give ‘Em All A big Fat Lip” (2005) nun mit „Mission Control“ den Nachfolger vor, für den weite Teile der US-amerikanischen Presse, wie schon beim Vorgänger, Feuer und Flamme sind. Produziert wurde das 37 Minuten kurze Werk von Rob Schnapf (Beck, Guided By Voices, Elliott Smith), der dem kernig-rockigen Whigs-Sound zwischen Punk, Grunge und Wave einen Anstrich gegeben hat, der sie fast wie eine neue Ausgabe der jungen R.E.M. klingen lässt.

Auch wenn The Whigs auf „Mission Control“ nicht von Anfang an steil durch die Decke gehen, hört man Parker Gispert (Kompositionen, Gesang, Gitarre, Keyboard), Julian Dorio (Drums) und Neuzugang Tim Deaux (Bass, Gesang) die im Indie- und Punkrock angesiedelten Wurzeln deutlich an („Like a vibration“). Da schrammeln die Gitarren aufgeregt mit groovenden Bassspuren um wie Wette („Production city“), wird in noch nicht mal drei Minuten Spielzeit eine kleine Rock-Hymne untergebracht („I never want to go home“) und eine geniale Brücke zu My Morning Jacket geschlagen („Right hand on my heart“). Es darf ein wenig psychedelisch zugehen („Sleep sunshine“) und auch mal einem derben Rock’n’Roll-Gewitter gelauscht werden („Need you need you“). Dabei verlieren The Whigs nie die Melodien aus dem Auge, auch wenn es mal einen Tick progressiver wird („1000 wives“). Alles fast wie in den 70er Jahren. Cool!

The Whigs spielen Indie-Rock, der sich stilistisch nicht festnageln lassen will. Dazu bauen die Amerikaner zu viele Inspirationsquellen aus der Musikgeschichte ein, die von den Siebzigern bis in die heutige Zeit reichen. Dadurch klingen die elf Songs ihres Zweitwerks nie altmodisch oder gar geklaut. Natürlich spürt man, dass Songschreiber Parker Gispert in seiner Jugend viel Pavement, R.E.M. und The Replacements gehört haben muss (man höre nur „Already young“!). Doch das tut der Platte nur gut. Denn das Ergebnis ist durch die Bank überzeugend und mit genügend Eigenständigkeit ausgestattet. Bedenkt man, dass R.E.M. mit ihrem aktuellen Album „Accelerate“ (2008) zurück zu ihren rockigen Wurzeln wollten und dies nicht wirklich zufriedenstellend auf die Reihe brachten, ist „Mission Control“ ein schönes Beispiel dafür, wie es sich hätte anhören können, wenn man von einem geglückten Revival sprechen wollte. In diesem Sinne: The Whigs – Mission erfüllt!

Anspieltipps:

  • Hot bed
  • Sleep sunshine
  • Like a vibration
  • Need you need you
  • Right hand on my heart
  • I never want to go home

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