Fleet Foxes - Fleet Foxes - Cover
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Fleet Foxes Fleet Foxes


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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10/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Arcade Fire, Maximo Park, Arctic Monkeys & Co. - die Indie-Hypes der vergangenen Jahre hatten alle eines gemeinsam: sie erfüllten die in sie gesteckten Erwartungen oder übertrafen sie sogar noch. Gute Vorzeichen also für die 2005 gegründete Band aus Amerikas Hauptstadt der guten Musik, die sich anschickt, zum neuen Liebling des Genres zu aufzusteigen. So viel sei bereits gesagt: mit dem selbstbetitelten Debüt gelingt dies mühelos, auch wenn das einführende „Sun it rises“ dieses Fazit noch nicht gleich aufdrängt. Doch sobald der mehrstimmige Gesang bei „White winter hymnal“ einsetzt, weiß man, dass hier ein Album mit Seltenheitswert vorliegt. Spätestens mit „Ragged wood“ sieht man die fünf jungen Musiker verträumt vorm abendlichen Lagerfeuer im Umland ihrer Heimatstadt Seattle sitzen, ihre unglaublich harmonischen Lieder singen und sich vor Freude über die melancholische Leichtigkeit des Seins schunkelnd in den Armen liegen. „Tiger mountain peasant song“ animiert einem dazu, sofort jede Form von Gewalt aus seinem Leben zu verbannen.

So schön, so unschuldig, so wundervoll. Vergleiche mit sämtlichen Größen der 70er Jahre drängen sich auf. Simon & Garfunkel, Crosby, Stills, Nash & Young und die Beach Boys haben offensichtlich Pate gestanden. Und warum sich auch nicht mit den Besten dieser unnachahmlichen Dekade messen, wenn man so eindrucksvoll unter Beweis stellt, dass solche Musik auch heute noch funktioniert, ohne dass man sie in ein „modernes“ Gewand pressen oder anderweitige Zugeständnisse an den so genannten Zeitgeist machen muss? Solche Musik ist zeitlos. Sie wird auch dann noch den Ohren schmeicheln, wenn die Menschheit zwischen den Sternen reist. Und selbst wenn nicht jeder Titel das erstaunlich hohe Niveau halten kann, wird man durch nichts aus seiner romantischen Hingebung gerissen, zumal der darauf folgende Song dann mindestens doppelt so schön ausfällt, wie beispielsweise bei „He doesn't know why“ - möglicherweise der beste Song des Genres seit der Jahrtausendwende.

Wem hier nicht die Freudentränen in die Augen steigen, muss seine Begeisterungsfähigkeit verloren haben. Das Einzige, was man den eingangs genannten Bands vorwerfen kann, ist, dass sich der Gesang oftmals als gewöhnungsbedürftig herausstellt. Doch weil die Harmoniegesänge auf „Fleet Foxes“ den Hauptreiz dieser viel zu schnell vergehenden 40 Minuten ausmachen, sich nahtlos über die traumwandlerisch schönen Lieder legen, ist alles andere als die Höchstwertung nicht vertretbar. Ein unglaubliches Album, das selbst Death-Metal-Fans im Schrank haben sollten.

Anspieltipps:

  • Oliver James
  • Ragged wood
  • Your protector
  • He doesn't know why
  • White winter hymnal
  • Blue ridge mountains
  • Tiger mountain peasant song

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