Sam Sparro - Sam Sparro - Cover
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Sam Sparro Sam Sparro


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 53 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Leider gelingt es Sparro auf seinem Debütalbum nicht, die Hitqualität der Single „Black and gold“ zu reproduzieren.

Es ist immer wieder aufs Neue hoch amüsant, wenn Majorlabels frisch entdeckte Newcomer promoten. Dann hauen sie seitenlange Biographien raus, in denen die Lebensgeschichten der werten Künstler zum Weltwunder aufbauscht werden, obwohl bei näherer Betrachtung nichts von größer Bedeutung passiert ist. Jede noch so kleine Wendung wird zum potenziellen Karriere-Kick-Start stilisiert. Atemlos wird der kurze Werdegang geschildert und hier und da der eine oder andere Promi-Name eingeschleust, um die Spannung noch mehr zu steigern – immer in der Hoffnung, die Presse greift auf die generösen Promotion-Steilvorlagen zurück. Meistens ist aber leider so, dass von einer dreiseitigen Biographie mit dem Textmarker bewaffnet nur ein paar Sätze übrigbleiben, die von tatsächlicher Relevanz sind. Nichts als heiße Luft, die sich hoffentlich nicht auf die Musik überträgt. Am Ende war alles gar nur Ablenkung. Nicht auszudenken...

Der 25jährige Sam Sparro (ein gebürtiger Australier, im Herzen Wahl-Londoner mit Wohnsitz in Los Angeles) soll der neue Stern am Popmusikhimmel werden. Ausgestattet mit dem Glam-Faktor des Kollegen Mika, den Melodien eines Mark Ronson und den kindlichen Erinnerungen an den Disco-Trash-Pop der Neunziger, gelang Sparro bereits mehr als ein Achtungserfolg mit der ersten Single „Black and gold“. Der Track erreichte in den UK-Charts einen hervorragenden dritten Platz und erinnert entfernt an den souligen Dance-Pop eines George Michael. Ausgelöst durch den unerwarteten Singlehit erlangte die Veröffentlichung des dazugehörigen Albums eine Prioritätsstufe bei der Plattenfirma, die eine mehrmalige Verschiebung notwendig machte. Ein Mega-Hit will schließlich gewissenhaft vorbereitet sein.

Leider gelingt es Sparro auf seinem Debütalbum nicht, die Hitqualität von „Black and gold“ zu reproduzieren. Viel mehr ringt das selbstbetitelte Werk um Authentizität und den guten Geschmack. Traurig aber wahr: Viele der Elektro-dominierten Tanzliedchen könnten genauso gut von Kylie Minogue in der erschreckend schwachen Form ihres aktuellen Albums eingesungen worden sein. Sam Sparro bemüht sich zwar um die Integration von Disco, Soul und Funk im 70er-Jahre-Stil („Cottonmouth“), doch am Ende landet er immer wieder in der schlimmen 80er Jahren („Can’t stop this!“) oder ahmt den Falsettgesang von Prince nach („Hot mess“), der ja auch unauslöschlich mit den Achtzigern verbunden ist.

Schade, richtig aufregend ist das hier Gehörte nur selten. Mit Stücken wie „Pocket“, „Cut me loose“ und „Black and gold“ gibt es gewiss ein paar interessante Ansätze, doch mehr als nette Club-Tracks sind dies auch nicht. Und da sind wir wieder bei der heißen Luft, die auch dieses Album, bereits angefangen bei der Künstlerbiographie, umgibt.

Anspieltipps:

  • Pocket
  • Cut me loose
  • Cottonmouth
  • Black and gold
  • Waiting for time

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