I Am Kloot - Play Moolah Rouge - Cover
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I Am Kloot Play Moolah Rouge


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 35 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Trio I Am Kloot gründete sich 1999 im für die Pop-Historie höchst relevanten Manchester, nachdem der künftige Songwriter und Bandleader John Bramwell seine Mitstreiter Andy Hargreaves sowie Peter Jobson im Night & Day-Club kennenlernte. Nach mehreren Singles folgte 2001 schließlich das Debütalbum „Natural History“ mit der umwerfenden Single „Twist“ und einem Sound, der mit seiner scheinbar widersprüchlichen kantigen Zartheit die Herzen so mancher Indie-Hörer eroberte. Zwischen sanftem Gitarren-Picking finden sich emotionale Ausbrüche, die das zentrale Element von I Am Kloot bilden und durch Mark und Bein gehen. Was sich mit dem ersten Longplayer noch etwas unsicher ereignete, manifestierte sich spätestens mit dem Album „I Am Kloot“ (2003) und dem letzten Studio-Werk „Gods And Monsters“ (2005). I Am Kloot erlebten Erfolge im Vereinigten Königreich und dem europäischen Festland, welches sich mit Chart-Platzierungen, ausverkauften Touren, gefeierten Festivalauftritten und bekennenden Fans wie Pete Doherty, Schauspieler Christopher Eccleston sowie Elbows Guy Garvey (der das I Am Kloot-Debüt produzierte) ausdrückte.

Nach den großartigen „BBC Radio 1 John Peel Sessions“ folgt nun das vierte Studio-Album des britischen Trios inklusive einer DVD über den Entstehungsprozess von „Play Moolah Rouge“. In nur wenigen Tagen aufgenommen, atmet das Album eine beabsichtige Live-Atmosphäre, die mit 150 bis 200 Konzerten pro Jahr perfektioniert wurde und unterstützt von Norman sowie Colin McLeod an Steel-Gitarre und Piano gleich wunderbar einfühlsam ins Ohr geht. Mit beherzten Gitarren-Einsätzen und psychedelischen Orgel-Klanglandschaften kommt das vertrackte, aber trotzdem sehr schlüssige und mitreißende „One Man Brawl“ daher, um im Mittelteil mit viel Hall auf der Stimme von Mastermind John Bramwell den psychedelischen Pfad weiter zu verdeutlichen. „Chaperoned“ ist dagegen eine klagende Ballade, die von zarten Gitarren-Pickings und Percussions eingeleitet wird und im weiteren Verlauf fordernder wird, um im Refrain wieder hymnisch auszuholen.

Da kann man schon einmal den großartigen Auftakt festhalten, der viele Akzente setzt und in seiner Kompaktheit auch etwas verquer dem Pop-Verständnis nicht schadet. „Ferris Wheels” ist da etwas glatter, aber nicht minder zwingend und erobernd. Melodische Gitarren treffen auf die omnipräsente Orgel-Untermalung und die majestätische Stimme von Bramwell. Während „The Runaways” beschwingt mit dem perlenden Piano erstrahlt, erzeugt “Down At The Front” eine wohlige, tief melancholische Stimmung, welche unter anderem von Steel-Gitarre und vielfältigem Einsatz der Tasteninstrumente lebt. Überhaupt ist auf „Play Moolah Rouge“ die Anwesenheit von Lap sowie Pedal Steel-Gitarren und Orgel sowie Piano überaus mitreißend und deutlich darauf angelegt, diese im Mittelpunkt zwischen Stimme und Rhythmus-Gerüst zu positionieren. Nicht zuletzt diese Tatsache macht das vierte I-Am-Kloot-Album zu einem Dauerbrenner, der immer wieder tief berührt.

Anspieltipps:

  • Ferris Wheels
  • The Runaways
  • Down At The Front
  • Suddenly Strange

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