Russian Circles - Station - Cover
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Russian Circles Station


  • Label: Suicide Squeeze/CARGO
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die drei Jungs von Russian Cirles kommen aus Chicago und sind örtlich als auch musikalisch in eine Ecke mit Pelican zu stellen. Damit steht fest, dass wir es mit einer Mischung von Ambient über Post-Rock bis Metal zu tun haben, die ohne Gesang auskommt. „Station“ ist das zweite vollständige Werk nach dem in 2006 herausgebrachtem „Enter“.

Im Vergleich zum ersten Werk ist dieses nicht mehr so voller Energie, nicht so explosiv, nicht so roh. Es sprudeln deutlich seltener die aggressiven und schweren Riffs hervor. Das Trio geht auf diesem Album einen Schritt in Richtung klassischeren Post-Rock, aber keine Sorge, sie sind dennoch weit davon entfernt einfach nur langsam aufbauende Songs zu präsentieren oder gar langweilig zu werden. Denn Russian Circles zeichnen sich dadurch aus viele Ideen in einem Song zu verarbeiten, wobei der Härtegrad des Öfteren umgeknipst wird.

Das Album enthält drei härtere und drei ruhigere Nummern, wobei es mit einer ruhigeren eingeläutet wird. „Campaign“ entwickelt sich langsam bis zur Ausprägung einer schönen Melodie. Ein Appetitanreger für das Album, der für die richtige Stimmung beim Hörer sorgt. Nicht mehr, nicht weniger. Er fließt direkt in den nächsten Track „Harper Lewis“ über. Angeführt vom Schlagzeug bietet „Harper Lewis“ Abwechslung pur. Sehr viele Ideen werden hier verarbeitet und anhand von Dynamikwechseln miteinander verwoben. Die Vermutung liegt nahe, dass dies der stärkste Song des Albums ist. Besonders auffällig ist das sehr variable Schlagzeugspiel von Dave Turncrantz und zwar nicht nur in diesem Song. Das darauf folgende „Station“ versprüht den Geist eines Metal-Songs und weiß mit lauten Gitarrenriffs von Mike Sullivan, vorantreibendem Schlagzeugspiel mit viel Beckeneinsatz und leiseren Intermezzos zu überzeugen. „Station“ fängt schon relativ laut an und nachdem es sich ausgetobt hat, findet eine Beruhigung statt, gefolgt von einem erneuten Spannungsaufbau. Interessanterweise wird uns am Ende der Klimax aber verwehrt.

Ein weiteres ruhigeres Stück ist „Verses“, das zwar zum Ende hin an Lautstärke dazu gewinnt, aber keine härteren Ausbrüche beinhaltet wie „Harper Lewis“. Ein klassisches Post-Rock-Stück, bei dem Brian Cook (These Arms Are Snakes und ex-Botch) mit einem Bassgrummeln den Song ausklingen lässt. Auf „Youngblood“ erlebt man wieder ein Stück der Marke „Station“. Diesmal aber entwickelt sich das Stück von leise zu laut und der Klimax wird uns nicht verwehrt auch wenn er relativ kurz ist. Überzeugt im Endeffekt aber nicht so wie „Station“. Abschließend noch das ruhigere, sehr melodiöse „Xavii“, das wundervoll dahin fließt und zum Ende hin noch einen Ansatz zu einer lauteren Entwicklung nimmt, bevor es plötzlich endet und geschickt beim Hörer einen Schade-schon-zu-Ende-Effekt hervorruft.

Eine wirklich interessante Band, deren schwarz-weiß Cover über die bunte, facettenreiche Musik keinesfalls hinwegtäuschen kann. Sie bietet sowohl was für Post-Rock Fans der ruhigeren als auch der härteren Gangart. Mal hören was die Jungs uns nächstes Mal präsentieren.

Anspieltipps:

  • Harper Lewis
  • Station
  • Xavii

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