The Rotted - Get Dead Or Die Trying - Cover
Große Ansicht

The Rotted Get Dead Or Die Trying


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 38 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Hyperaktives Riffing, hektische Drums, brachiale Shouts, scheinbare Ziellosigkeit und mittendrin immer wieder subtile Ruhepole, die den gebeutelten Herrschaften hinter ihren Gerätschaften als wohlverdiente Verschnaufpausen dienen – das beschreibt wohl am besten den durchgeknallt genialen Wahnsinn, mit dem die englische Goregrind/Brutal-Death-Metal-Truppe Gorerotted nach ihrer Umbenennung in The Rotted (die stilistische Veränderung vom Deathgrind zu mehr Brutalität und mehrere Line-up-Wechsel sollten auch namentlich festgehalten werden) sämtliche Möchtegern-Todesblei Combos ungespitzt in den Boden rammt. Bereits „Nothin´ but a nosebleed“ sorgt für einen unerhört aggressiven Auftakt, von der sich so manche technisch versierte Truppe noch eine Scheibe abschneiden kann.

Blastbeats ohne Ende hagelt es dann in „The howling“, gefolgt vom infernalischen „A return to insolence“, das sich im Laufe seiner vier Minuten immer mehr steigert um schlussendlich erbarmungslos aus den Boxen zu schmettern, während „Kissing you with my fists“ den wohl genialsten und unvorhersehbarsten Breakdown der letzten Jahre zu bieten hat. In „Angel of meth“ (Slayer lässt grüßen) wird dem Hardcore Punk etwas Platz eingeräumt, der jedoch im weiteren Verlauf dieser gnadenlosen Abrissbirne metallischen Gebärden klein bei geben muss. Ein sehr stimmiges und gedrosseltes Instrumental bauen The Rotted anschließend mit „A brief moment of regret“ ein um in „The body tree“ kontrollierte Aggression, die sich durch eine Mischung aus schnellen Grind- und walzenden Todesblei-Parts bemerkbar macht, walten zu lassen. Mehr Groove legen sie in den sarkastisch aufzunehmenden Titeltrack („Get rich or die tryin´“ heißt das erste kommerziell erfolgreiche Album von Rapper 50 Cent), bis es mit dem schwarzen Humor weitergeht, schließlich folgt darauf das unerbittliche Deathgrind-Gebolze namens „It´s like there´s a party in my mouth (and everyone´s being sick)“ und eine Hommage an zwei Filmklassiker.

Im Falle von „Fear and loathing in old London Town“ (eine Anspielung auf Terry Gilliams cineastischen Drogentrip „Fear and loathing in Las Vegas“ aus 1998 mit Johnny Depp und Benicio del Toro in den Hauptrollen) bedeutet das eine weitere metallische Abreibung, die mit Hardcore Punk-Strukturen gespickt ist und in der letzten Minute mit einer rein instrumental gehaltenen Darbietung atmosphärischere Züge annimmt, damit das abgeänderte Hauptthema des Endzeit-Streifens „28 days later“ im unüblich soften The Rotted-Gewand (keine Tempowechsel, Blastbeats oder ähnliches) besser zur Geltung kommt, denn an und für sich hängt dieser kleine Soundtrack-Ausflug trotz makelloser und hörenswerter Performance ein wenig in der Luft. Wenn man will, kann der etwas aus dem Rahmen fallende Abschluss von „Get dead or die trying“ abgezogen werden und es kommt eben nur eine gute halbe Stunde „musikalische Apokalypse Deluxe“ dabei heraus. Die hat es aber dafür ordentlich in sich.

Anspieltipps:

  • Angel Of Meth
  • A Return To Insolence
  • Nothin´ But A Nosebleed
  • Fear And Loathing In Old London Town

Neue Kritiken im Genre „Death Metal“
Diskutiere über „The Rotted“
comments powered by Disqus