Johnossi - All They Ever Wanted - Cover
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Johnossi All They Ever Wanted


  • Label: V2/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Besonders Freunde der modernen, schwedischen Indie-Rock-Musik werden ihre Freude an dem Album haben.

Nach einem erfrischenden Debütalbum, melden sich John Engelbert und Oskar „Ossi“ Bonde mit neuen Songs zurück. „All They Ever Wanted“ heißt das Album, auf das in der Tat zahlreiche Mädels, überwiegend aus Schweden und Deutschland, gewartet haben. Allerdings zeigen Johnossi ihre ansehnlichen Konterfeis dieses Mal nicht auf dem Cover. Statt dessen ist ein Herz - also nicht die Liebes-Metapher, sondern das Organ - abgebildet, was symbolisch die musikalische Einheit der beiden Schweden repräsentieren soll.

„18 Karat Gold“ stellt sich als geeignetes Brückenstück zwischen „Johnossi“ und „All They Ever Wanted“ heraus. Zunächst melancholisch ruhig macht sich eine kleine Popmelodie auf den Weg, die aber urplötzlich von einem, mit Pathos geladenen, aggressiven Donnern und Schreien überrannt wird. Das Pendant zum rockigen „Execution Song“, von der ersten Platte, heißt „Party With My Pain“ und ist deshalb so ein Reißer, weil die Rock-Attitüde herrlich konsequent durchgezogen wird.

Dramatischer sind Johnossi geworden; beinahe verzweifelnd erzählt John zum Beispiel in „Send More Money“ die Geschichte vom tourenden Musiker, der für die daheim Gebliebenen nicht mehr tun kann, als ihnen Geld zu schicken. Unglücklicherweise kann sich „All They Ever Wanted“ nicht konstant auf dem hohen Qualitätslevel halten, wie sein Vorgänger; einige Songs klingen ganz nett, aber letztlich rutschen sie in die Abteilung: Triviales. („Train Song“, „Zeppelin“) Die Grenze zum Kitsch erreichen Johnossi bei „In The Mystery Time Of Cold And Rain“, der zwischen Ballade und Western-Epos-Soundtrack pendelt.

Am überzeugendsten ist das Schweden-Doppel noch immer dann, wenn es Popmelodien mit Rocküberzug mixt. („Bobby“) Besonders repräsentativ steht hierfür der gleichnamige Song zum Album; „All They Ever Wanted“ bleibt schnell im Kopf und es macht einfach Spaß, dem Jaulen, Fauchen und Kreischen von John zuzuhören. Anerkennend hervor zu heben ist, dass Johnossi sowohl bei Happy-Sing-Alongs eine gute Figur machen („Up In The Air“), als auch bei den ruhigen Tönen. („Lie Lie Die“)

Auch wenn an manchen Stellen die nötige Leichtigkeit fehlt, die das Debüt zu großen Teilen ausgezeichnet hat, so ist „All They Ever Wanted“ dennoch ein würdiger und gelungener Nachfolger von „Johnossi“. Besonders Freunde der modernen, schwedischen Indie-Rock-Musik werden ihre Freude an dem Album haben.

Anspieltipps:

  • Party With My Pain
  • All They Ever Wanted
  • Up In The Air
  • Lie Lied Die

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