Dark Sky - Empty Faces - Cover
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Dark Sky Empty Faces


  • Label: AOR Heaven/SOULFOOD
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Was du auch tust, bleibe dir selbst treu. Diesen Satz kennt wohl jeder, aber guckt man sich in der heutigen Musikbranche um, ist so was selten vorzufinden. Madonna erfindet sich von Album zu Album selbst neu und bald ist sie wirklich soweit, dass es keine Musik mehr ist, die sie da fabriziert und als deutsches Aushängeschild singt Tokio Hotel für Geld, wie es der Welt gefällt. Aber genug von Sticheleien gegen die Großen und zur Musik von Recken, die sich eben treu geblieben sind. Die Originalbesetzung der Schülerband von 1982 ist zwar zerbrochen, aber den Stil und Sound der Achtziger haben Frank Breuninger (Gesang), Steffen Doll (Gitarre), Uwe Mayer (Drums), Winny Zurek (Bass) und Claudio Nobile (Keyboards) bis heute beibehalten.

Auf dem großen Markt werden Dark Sky mit ihrer neuen Platte „Empty Faces“ wohl nicht landen, aber sie wecken musikalische Erinnerungen, die man heute selten findet. Eines vorneweg: Der Grundton der Band ist nicht auf flexiblen Stützen gebaut. Das Gerüst von „Dark Sky“ ist schnell erkannt, doch die Verarbeitung steht im Vordergrund. „Hands Up“ ist ein typischer 80er-Jahre-Rocker und auch der Titeltrack und folgende bringen hohes Tempo, gute Riffs, angebrachte Drumsoli und den unvergleichlichen Klang des Keyboards, das immer an der Grenze von völlig überholt bis richtig stimmig wandert. Mutet das Cover vielleicht Gothic-mäßig an, ist der Inhalt purer Hard Rock. Jedes Lied für sich schafft es eine eigene Marke zu sein, die selten langweilig wird. In der ersten Hälfte der CD ist besonders „Chase Your Dreams“ hervorzuheben, welches Melodik und astreine Riffs vereinigt. Das die Refrains einen immer sehr, sehr ähnlichen Stimmeinsatz haben, sei der Band vergeben. Überhaupt passt Breuningers Stimme, aber sie passt halt auch nur. Sie ist ein solides Element der Musik, aber nichts, das an einigen Passagen besticht.

Die zweite Hälfte fangt famos an, wenn die fünf Süddeutschen anscheinend mit aller Macht zeigen wollen, dass ihre Wurzeln in den 80ern liegen. Eine Hard Rock Version von „Maniac“ ist künstlerisch natürlich nicht hochanspruchsvoll, aber einen Ohrwurm hat die Band sicher. Amüsant und nicht schlecht, so dass man sich darüber ärgern müsste. „Saints Beneath The Sky“ ist dann ein wenig schwach auf der Brust und die Formkurve brauch anschließend noch ein bis zwei Stücke um wieder an voriges Niveau anschließen zu können. In „Pleasure & Pain“ und „Believe It“ sind die instrumentalen Szenen die stärkeren und das Finale „Meaning Of Life“ ist dann ein „softer“ Hard Rock Song, der anfangs eher zum Epischen neigt, später aber wie eine kleine Livehymne zum Abschied klingt. Zu guter letzt bekommt der Hörer noch den Hidden Track „Final Day“ zu hören und auch der ist eher hymnisch und beinahe mainstreamfreundlich gestaltet. Auch hier darf sich, wie schon im Grande Final „Meaning Of Life“, das Keyboard als Pianoadaption geben.

Abgesehen davon, dass Dark Sky nicht mit den Zeichen der Zeit gehen, haben sie mit diesem Album vieles richtig gemacht. Aber Moment! Das war doch der Ausgangspunkt. Sie sind sich treu geblieben und auch wenn der große finanzielle Erfolg ausbleibt ist „Empty Faces“ ein Album, auf das später mit Stolz zurückgeblickt werden darf.

Anspieltipps:

  • Chase Your Dreams
  • Maniac
  • Meaning Of Life

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