Dennis Wilson - Pacific Ocean Blue (Deluxe Edition) - Cover
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Dennis Wilson Pacific Ocean Blue (Deluxe Edition)


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 113 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Spricht man von den Beach Boys, kommt man um den Mythos um Bandgründer und Mastermind Brian Wilson nicht herum. Der Kreativkopf der kalifornischen Surfer-Sound-Kapelle wurde auf der Suche nach modernen Klängen beinahe Wahnsinnig (Stichworte: „Pet Sounds“ und„Smiley Smile“) und lieferte sich ab Mitte der 60er Jahre mit den Beatles ein irres Kopf-an-Kopf-Rennen um das innovativste Album. In diesem Zusammenhang wird schon mal vergessen, dass bei den Beach Boys insgesamt drei Wilson-Brüder spielten, von denen Brian der einzige noch lebende ist. Der jüngste, Carl, verstarb 1998 an Lungenkrebs und Dennis ertrank am 28. Dezember 1983 beim Tauchen im Yachthafen von Marina Del Ray.

Dabei hätte besonders Dennis Wilson eine große Solokarriere machen können. Denn sein 1977 veröffentlichtes Solodebüt „Pacific Ocean Blue“ war ein ambitioniertes Werk, das viele Künstler von Richard Ashcroft (The Verve) bis Taylor Hawkins (Foo Fighters) beeinflusste. Es verkaufte sich sogar besser, als das zeitgleich veröffentlichte Beach-Boys-Album „Love You“. Doch während der Arbeit an „Bambu“, das Wilson zweites Solowerk werden sollte, holte ihn sein Bruder Carl wieder zurück in seine alte Band, womit die Solokarriere von Dennis Wilson beendet war. Obwohl die Arbeit an „Bambu“ schon sehr fortgeschritten war, sollte das Album nie offiziell veröffentlicht werden. Lediglich ein paar Bootlegs kursierten in der Fanszene.

Fast 25 Jahre nach dem tragischen Tod von Dennis Wilson erscheinen nun beide Alben des Beach Boys in einer aufwändigen Deluxe Edition. Das schon seit längerer Zeit nicht mehr erhältliche „Pacific Ocean Blue“ liegt in einer frisch remasterten Version inklusive vier unveröffentlichter Bonus Tracks vor, „Bambu” als 16 Tracks umfassende „Work in Progress“-Version unter dem Titel „The Caribou Sessions“, nebst einem Bonus Track von „Holy man“ in der Version von Foo-Fighters-Schlagzeuger Taylor Hawkins. Das ergibt fast zwei Stunden musikalischen Geschichtsunterricht mit Entdecker-Faktor 10.

So dürfte es durchaus überraschen, dass der ehemalige Beach-Boys-Drummer seinem Bruder Brian stilistisch auf den Spuren war. Auch er bemühte sich um Klänge, die nicht ausgelutscht waren, er griff zu Dicke-Hose-Arrangements genauso wie zu sparsamen Instrumentierungen, nutzte große Chöre und suchte nach Melodien, die nichts mit den harmlosen Surfersongs der Beach Boys zu tun hatten. Klar, dass der damals 33-Jährige Angst vor der Veröffentlichung hatte und im Album-Booklet folgendes schrieb: „This is my first solo album away from the bach boys. I’m sure you understand that I’m a bit nervous about this endeavor. I waqnt to thank you for your support and I would be very interested in any comments or suggestions you might have after listening to this album…”. Wie wir wissen, waren diese Sorgen unbegründet. Und wir ahnen anhand der Songs der „Caribou Sessions“, was aus Dennis Wilsons Solokarriere hätte werden können.

Anspieltipps:

  • Wild situation
  • Love surrounds me
  • Farewell my friend
  • Pacific ocean blues
  • Under the moonlight

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