Wild Beasts - Limbo Panto - Cover
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Wild Beasts Limbo Panto


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Wild Beasts haben ein ungeheuer frisches Debütalbum vorgelegt.

Aus dem mittelenglischen Lake District stammt die Band Wild Beasts, die sich mit ungezügeltem Glam-Pop und Wortwitz (wie allein schon die Titelnamen bezeugen) um den Sänger Hayden Thorpe schart und ein Durchschnittsalter von 21 Jahren in sich vereint. Ihre Desinteresse an Bier und Testosteron-Rock führte sie schließlich zu diesem glitzernden Pop-Entwurf, der dringlich und theatralisch schnell den Hörer erobert. „Limbo Panto“ heißt nun das von Tore Johansson (The Cardigans, Franz Ferdinand) produzierte Debütalbum und gibt sich selbstsicher unmodern in seiner überbordend exzentrischen Spielfreude.

Mit einem amtlichen Falsett in der Stimme schiebt sich der Opener „Vigil For A Fuddy Duddy” samt einer zurückgelehnten Instrumentierung, die sich den markanten Vocals ergibt, feierlich in den Vordergrund und erinnert stimmungsmäßig an einen stickigen Club, in dem fragwürdige, ältere Herren minderjährige Tänzerinnen angaffen und so unglaublich schmierig daherkommen. Dazu scheinen Wild Beasts den Soundtrack zu liefern, ohne daraus eine negative Einschätzung der Musik ziehen zu wollen. Besonders interessant ist der Wechsel von Falsett und gekrächzten Schreien in der Stimme von Hayden Thorpe. die beim zweiten Track „The Club Of Fathomless Love” Unterstützung von einem auftrumpfenden Piano bekommt und theatralisch mit Breaks sowie Fahrt aufnehmenden Melodie-Bögen spielt. Als wenn das Traumschiff zur Cocktail-Party einladen würde, tänzelt “The Devil´s Crayon” mit einem Samba-Flair und jeder Menge Sonnenschein vor sich hin, während der Gesang zeitweise angenehme tiefere Regionen einnimmt. Auch hier kann man ein wundervolles Verständnis für Dramaturgie und stimmige Rhythmuswechsel verorten, das zusammen mit der wandlungsfähigen Stimme zum Herzstück von „Limbo Panto“ zählt.

Der exzentrische Anteil nimmt manchmal leider Überhand und zeigt, dass ein bißchen weniger schrille Töne aus dem Mund von Thorpe sinnvoller gewesen wären, was die längerfristige Hörbarkeit betrifft. Darunter leidet diese Platte dann auch, wenn man ihr mehrere Durchgänge schenkt und sich die Nerven langsam aber sicher bemerkbar machen. Der Spagat zwischen Glamour und gemäßigtem Pop-Verständnis wird nur zeitweise erfolgreich gemeistert, was aber nichts daran ändert, dass die Wild Beasts ein ungeheuer frisches Debütalbum vorgelegt haben und pianogetränkt samt filigranem Gitarren-Einsatz und untermalenden Percussions Interesse wecken.

Anspieltipps:

  • The Club Of Fathomless Love
  • The Devil´s Crayon
  • The Old Dog
  • Brave Bulging Buoyant Clairvoyants

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