Something Sally - Familiar Strangers - Cover
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Something Sally Familiar Strangers


  • Label: Membran/SPV
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Manche Alben haben einfach alles. Nur nicht den richtigen Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung. Wo aber z.B. die neueste Opeth-Scheibe „Watershed“ trotz einer nebeligen Herbstatmosphäre wie schon die Vorgänger während sommerlichen Außentemperaturen das Licht der Musikläden erblickt, so haben die Norweger Something Sally mit ihrem unbeschwerten, sonnendurchfluteten Debüt nicht nur die perfekte Jahreszeit erwischt, sondern geben der Scheibe durch den Titel „Familiar strangers“ zusätzlich einen Namen, der treffender nicht sein könnte. Denn: Wer in unseren Breitenkreisen hat schon was von Sängerin Ane Hagness Kiran, Bassist Kristian Sveholm und Gitarrist Thomas Meyer Kongshavn gehört?

Genau, fast niemand. Trotzdem nehmen die ersten Klänge vom Opener „Garden of Eden“, der noch etwas zu offensichtlich ein grundsolider, fröhlicher Popsong sein soll, den Hörer sofort gefangen. Nach dem treibenderem „Visualize“ packen die drei Norweger ohnehin ihre stärkste Waffe aus und zelebrieren skandinavischen Hochglanz-Pop mit einer melancholischen Note, wie sie anscheinend nur Bands aus dieser Region der Welt hinbekommen. Anschließend geht es mit Joss Stone als Gastfeature (!!!) weiter, die das feinfühlige „Tip of my tongue“ erwartungsgemäß mit ihrem kräftigen Organ veredeln kann, während „Circles“ etwas rockiger ans Werk geht und für einen guten Kontrast zu den vorangegangenen Tracks sorgt.

Ab „Last dance“ ist dann aber schon wieder die Luft raus und Something Sally legen einen ambitioniert wirkenden, aber unterm Strich leider nur durchschnittlichen Pop an den Tag, der zudem das allzu hektische „Turn on the radio“ und eine unnötig pathetische Ballade („Freak of nature“) mit wehmütigen Streichern hervorbringt, die sich einfach nicht in den übrigen Kontext der unbekümmerten Sommer-Sonne-Gute Laune-Songs einfügen wollen. Bleibt alles in allem eine gute erste Hälfte und viele Ideen in der zweiten, auf denen man in Zukunft aufbauen sollte. So oder so ist „Familiar strangers“ eine perfekte Sommer-Platte, die den Vergleich mit ähnlich gelagerten Feelgood-Alben wie „Free me“ (02/2005) von Ex-Spice Girl Emma Bunton oder zuletzt Jennifer Paiges „Best kept secret“ (04/2008) nicht zu scheuen braucht.

Anspieltipps:

  • Circles
  • The Taste
  • Tip Of My Tongue
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