Sofia - Search And Destroy - Cover
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Sofia Search And Destroy


  • Label: Wild Kingdom/Rough Trade
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Irgendwie scheint es immer wieder bei den Skandinaviern im Blut zu liegen, eine gute Stimme zu haben, gut auszusehen und ein gutes Musikverständnis zu haben. Das Ex-Model und DJ Sofia Allard will da keine Ausnahme machen und mit ihrer driten CD eine Lounge-Erfahrung der besonderen Art zum Besten geben. „A Punk Lounge Experience“, so der Untertitel des Stückes „Search & Destroy“. Hierbei werden mehr und weniger bekannte Punkstücke der letzten Jahrzehnten gebraucht, um zu Downtempo-Lounge-Nummern verarbeitet zu werden.

„Pretty Vacant“ von den Sex Pistols, „Heart Shaped Box“ aus der Feder eines gewissen Kurt Kobains oder ein „Boys Are Back In Town“ von Thin Lizzy sind mehr als bekannte Titel, die aber bis auf den Originaltext wirklich viel verlieren und tätsächlich Neuinterpretationen sind. Fans sind wahrscheinlich einfach nur enttäuscht, da die Kraft der Punksongs durch den entspannten Sound der Clubs und Lounges natürlich an eben dieser verliert. Die Lieder zu denen einst Menschen mit bunt gefärbten Haaren und zerrissenen Jeans abgefeiert haben, können nun in aller Gemütlichkeit bei Dämmerlicht von Yuppies gehört werden, die sich feine Longdrinks und chice Klamotten gönnen. Wirft man dieses befremdende Gefühl und Hintergrundwissen über Bord ergeben die Stimme Sofias und die Erfahrung des Produzenten Carl-Michael Herlöfsson einen Klangteppich, der niemanden überrascht, aber sich auch vor niemandem verstecken muss. Das ganze ist dann aber schon so perfekt durchproduziert, dass die Punk-Experience oft viel zu kurz kommt, und die verzerrten Gitarrenriffs niemanden aufhorchen lassen.

„Search & Destroy“ hört sich nach einer etwas finsteren Dido Nummer an und auch „Boys Are Back In Town“ wirkt so schwach befremdend. Besonders aber „Heart Shaped Box“ scheidet die Geister, denn Sofias sanfte, ruhige Stimme widerspricht Kurt Kobains rauem Kern und die Trompete im Verbund mit den Synthesizern rückt den Track in ein völlig neues Licht, als es vorher der Fall war. Alles in allem ist es schwer an dieser CD etwas herauszuheben, denn abgesehen, dass man die Titel aus den Radios der letzten Jahre kennt, hat man es letztendlich doch „nur“ mit einer recht konventionellen Lounge-Platte zu tun. Wer Lounge-Musik aber sowieso mag, kann mit „Search & Destroy“ zumindest nichts falsch machen, aber zu hoch sollte man die Erwarteungen auch nicht stecken. Zu der Persönlichkeit der Künstlerin selbst darf man sich streiten, ob es nun eine Marketing-Idee war oder ein Tribut an diese Rockgrößen.

Anspieltipps:

  • Mongoloid
  • Pretty Vacant
  • Heart Shaped Box
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