John Mayer - Where The Light Is: Live In Los Angeles - Cover
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John Mayer Where The Light Is: Live In Los Angeles


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 125 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Der talentierte 30-Jährige hätte auch hierzulande ernsthafte Aufmerksamkeit verdient.

Was ist nur aus dem sympathischen Schmusesänger geworden, der Jennifer Love Hewitts Körper besang und damit nicht nur ihr sondern auch die Herzen sämtlicher Frauen weltweit eroberte. Ahh - da steht er auf der Bühne und ist (glücklicherweise) kaum wiederzuerkennen. Nicht nur dass seine Verehrung nun einer anderen Jennifer (Aniston) gilt, er verzichtet glücklicherweise auf ein weiteren Anfall solcher Schmuseschmonzetten. Dem seichten Pop hat Mayer schon vor einiger Zeit abgeschworen, und sein Leben ist jetzt der Blues. Doch wer nun ein reines Blues-Konzert erwartet oder befürchtet, der sei entwarnt: Zwar erinnert Mayer mit seiner Bühnenperformance ganz stark an die Joaquin Phoenix Adaption von Johnny Cash und das ist als Kompliment zu verstehen, denn so überzeugend wie Phoenix Cash darstellte, so authentisch wirkt John Mayer auf der Bühne - egal ob alleine mit Gitarre, im Trio mit Pino Palladino am Bass und Steve Jordan am Schlagzeug oder mit der ganzen Band: John Mayer überzeugt, weil er sich sichtlich wohl fühlt.

Akustisch, aber kein Stück langweilig beginnt das Konzert mit fünf Stücken, die Mayer alleine oder mit Unterstützung der Gitarristen Robbie Macintosh und David Ryan Harris anstimmt. Der versprochene Blues kommt erst noch etwas zu kurz, kommen die Songs doch zunächst auch von älteren (Pop-)Alben. Dafür gefallen die akustischen Interpretationen eigener Stücke und Tom Pettys „Free Fallin'“. Erst zusammen mit dem John Mayer Trio gibt es dann eine richtige Blues-Session. Beginnend mit „Everyday I Have The Blues“ ist der Name dann auch Programm. In bester Bluesgitarrist-Manier bearbeitet Mayer seine Gitarre wie B.B. King seine Lucille. Das Trio Set umfasst acht Songs und auch wenn es Spaß macht, dem Trio bei ihrer Session beizuwohnen, so steht der Mittelteil dieser CD doch im krassen Gegensatz zum Singer/Songwriter-Auftakt (fünf Songs) und zum abschließenden Band Set (komplette zweite CD mit neun Songs). Für sich genommen macht die Session aber richtig Spaß und wenn sonst Mayers prägnante Stimme einen weinerlichen Beigeschmack hat, so wird sie hier zur peppigen Bluesstimme.

Höhepunkt des Konzertabends im Nokia Theatre in Los Angeles ist der abschließende Full-Band-Teil. Jetzt kommt alles zusammen, es wird gerockt, gejammt und geschmust. Den Schmusesänger lässt er nun auch noch mal raushängen, aber mit überzeugendem Gefühl und intensiven Gitarrenspiel wie bei „Slow Dancing In A Burning Room“. Der Mann, der mit der Gitarre erfolgreich werden wollte, hat nicht umsonst zwei Grammys gewonnen und sich besonders in der amerikanischen Singer/Songwriter-Szene etabliert - nicht nur seine letzte Tour, von der die Aufnahme stammt, war ausverkauft. Der talentierte 30-Jährige hätte auch hierzulande ernsthafte Aufmerksamkeit verdient, denn das One-Hit-Wonder für den der „Wonderland-Body“-Sänger gehalten wurde, ist er keineswegs.

Anspieltipps:

  • Neon
  • Slow Dancing In A Burning Room
  • I Don't Need No Doctor

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