Albert Hammond Jr. - Como Te Llama - Cover
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Albert Hammond Jr. Como Te Llama


  • Label: Rough Trade
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Als Albert Hammond Jr. Ende 2006 sein Debut-Album „Yours To Keep“ in die Welt schickte, gab es Kritiker, die dem Strokes Gitarristen lediglich seichte, belanglose Songwriter-Qualitäten einräumten. Wiederum Andere warfen Hammond vor, dass er sich eine goldene Nase mit Songs verdienen wolle, die es einfach nicht auf die letzten Band-Alben geschafft hätten. In Wahrheit ist es aber so, dass „Yours To Keep“ ein zeitloses Meisterstück ist, welches zwischen Mai und September aus jedem Auto-Radio tönen sollte.

Das Warten auf neue Songs für den CD-Player hat mit „Como Te Llama?“ sein Ende gefunden. Fast automatisch geht die Hand zum Fensterheber, um frischen Wind rein- und die herrliche Sommermelodie des Openers „Bargain Of A Century“ rauszulassen. Weiter geht die Fahrt mit „In My Room“; erneut fiedeln die Gitarren, die vom charakteristischen, oft etwas länger gezogenen Gesang Albert Hammond Jr.’s begleitet werden.

Das experimentierfreudige „Lisa“ zeigt deutlich eine Weiterentwicklung im Songschreiben, was aber auch darauf zurück zu führen ist, dass jetzt Marc Philippe Eskenazi (Gitarre, Keyboard), Josh Lattanzi (Bass), und Matt Romano (Schlagzeug) an den Kompositionen mitgefeilt haben. Insgesamt ist fest zu halten, dass die Bandzusammenstellung weise ausgewählt wurde, denn die Songs wirken äußerst harmonisch und werden nicht von hart umkämpften Ego-Soli zerpflückt. Davon kann man sich im Übrigen auch auf der, dem Album beigefügten, Live-DVD überzeugen, die mit fast allen Songs aus dem Debut, sowie dem bereits erwähnten „In My Room“, ein extra großes Schmankerl bereithält. Denn auch, wenn Bild- und Tonaufnahme an mancher Stelle etwas holprig sind, so ist dennoch klar erkennbar, dass echte Vollblutmusiker auf der Bühne stehen.

Doch zurück zu dem neuen Material. Dieses weiß weiterhin zu gefallen; sei es die erste Ohrwurm-Single-Auskopplung „GfC“, oder das kantige „The Boss Americana“. Der Wiedererkennungswert ist Albert Hammond Jr. jedenfalls nicht abzusprechen. „Rocket“ hat ein paar Startschwierigkeiten und kann leider nicht richtig zünden. Doch das kurze Schwächeln ist beim anschließenden „Victory At Montery“ fast wieder vergessen, denn auch hier erklingen Töne aus bisher unbekannten Gefilden, die aber für eine angenehm frische Brise sorgen.

Geträumt werden darf bei der zuckersüßen Ballade „You Won’t Be Fooled By This“ und fließend führt Albert die gesangslose Phase des Albums ein. „Spooky Couch“ ist so gruslig wie eine Butterblume, dafür ideal zum Augen schließen und die Beine baumeln lassen. Zum Aufwachen kommt das Reggae-Charakter-lastige „Borrowed Time“ genau richtig, um direkt im Anschluss den Hawaii-Klängen von „G Up“ zu weichen. Das kurze, aber kräftige Finale von „Feed Me Jack or: How I Learned To Stop Worrying And Love Peter Sellers“ bringt ein abwechslungsreiches, cleveres, ungezwungenes, verträumtes, Gitarren-malträtiertes, gelunges Album zu einem runden Ende.

Anspieltipps:

  • Bargain Of A Century
  • Victory At Montery
  • You Won’t Be Fooled By This
  • Borrowed Time

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