Finger Eleven - Them Vs. You Vs. Me - Cover
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Finger Eleven Them Vs. You Vs. Me


  • Label: Wind-up/SonyBMG
  • Laufzeit: 40 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie doch die Zeit vergeht. Über zehn Jahre ist die Alternative Rockband Finger Eleven aus Kanada nun schon im Geschäft. Vier Studioalben hat sie seitdem auf den Markt gebracht, die sich in Sachen Verkaufszahlen kontinuierlich steigern konnten. Ihr aktuelles Werk „Them Vs. You Vs. Me“, das in den USA und Kanada bereits im März vergangenen Jahres veröffentlicht wurde, hat inzwischen eine Goldene Schallplatte auf dem US-Markt sicher und wird nun, wie bei kleineren Acts so üblich, mit einiger Verspätung auch auf dem europäischen Markt platziert.

Für die Käufer in der Alten Welt wurde „Them Vs. You Vs. Me“ mit zwei zusätzlichen Bonus Tracks von 11 auf 13 Songs aufgepeppt, darunter auch der Titeltrack, der auf dem Ursprungsalbum nicht (!) enthalten ist. Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht... Finger Eleven treten wiederum in der Besetzung Scott Anderson (Vocals), James Black (Gitarre), Rick Jackett (Gitarre), Sean Anderson (Bass) und Rich Beddoe (Drums) an und vertrauten erneut auf Johnny K (Disturbed) als Produzenten. Ihren Fähigkeiten als Songschreiber scheint die Band dagegen nicht allzu großes Vertrauen zu schenken. Denn nach eigenen Angaben wurden für das Album mehr als 100 Songs geschrieben, von denen gerade mal 10% hängengeblieben sind.

Schon beim Opener „Paralyzer“ fällt auf, dass die Kanadier um Weiterentwicklung ihres Sounds bemüht sind. Die Rock-Gitarren werden im Stile einer Pop-Punk-Combo von tanzbaren Rhythmen in den Hintergrund gedrängt, wobei Finger Eleven freilich nichts mit Punkrock zu tun haben. Aber hört man sich die weiteren Songs auf „Them Vs. You Vs. Me“ an, wird man den Eindruck nicht los, dass das Quintett auch mit klassischer Rockmusik nicht mehr viel anfangen kann. Denn dazu klingen Songs wie „Falling on“, „Lost my way“ oder „Sense of a spark“ einfach zu zahm. Selbst halbakustische Balladen wie „I’ll keep your memory vague“ – sonst die große Stärke von Rockbands – sind an Harmlosigkeit nicht zu überbieten. Da ist es auch kein Ruhmesblatt, wenn sich die Band damit brüstet, bei den neuen Tracks vermehrt mit Instrumenten wie Keyboard, Xylophone, Violine und Banjo gearbeitet zu haben, wenn das Ergebnis eine stinklangweilige Platte ist.

„Them Vs. You Vs. Me“ ist ein gruselig unterdurchschnittliches Album, das zahnlose Rockmusik mit halbgaren Dance-Elementen verbindet und sich nicht entscheiden kann, was es sein will. Ganz ehrlich, wenn das die Essenz aus über 100 Songs sein soll, die für dieses Album geschrieben wurden, dann mögen die Überbleibsel schnellstens vernichtet werden.

Anspieltipps:

  • Easy life
  • So-so suicide
  • Gather & Give
  • Change the world

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