Mucc - Shion - Cover
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Mucc Shion


  • Label: Gan Shin/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 58 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die japanische Band MUCC legt mit „Shion“ bereits ihren achten Longplayer vor. Nach dem Erfolg von „Gokusai“ (2/2007) sind die Erwartungen an dieses Album entsprechend hoch und die Spannung groß. Enttäuscht werden die Fans mit dem vorliegenden Silberling dabei auf keinen Fall, allerdings ist davon auszugehen, dass die ersten Reaktionen aufgrund starker Stilexperimente nicht unbedingt überschwänglich ausfallen. Nichts desto trotz ist der Sound der Songs unverkennbar und erweitert damit die bisherige Diskographie der Band clever und zufriedenstellend.

Schon mit „Suion“ beginnt der Silberling mehr als experimentell. Ein wildes Klanggemisch, das mal an zum Schlagklangkörper umfunktionierte Tonnen erinnert, mal an das Plätschern des Regens und sich immer weiter zu einem komplexen Gesamtkunstwerk verflechtet. Gleichzeitig setzt MUCC damit direkt wieder die Stilrichtung des Albums: abwechslungsreich, experimentell und irgendwie anders. Für eingefleischte Fans der Band mag allein schon das Intro Grund zu erster Skepsis sein, denn das kennt man von den eigentlich Metal-lastigen Musikern so gar nicht. Vor allem die Elektroeinschläge sind neu, arrangieren sich allerdings ideal in der gewohnten Grundstimmung der Musik MUCCs. Dank „Fukurouno Yurikago“ erweitert sich der Klangteppich außerdem um orientalische Klänge, die nicht minder Spaß machen und für gute Laune sorgen. „Nuritsubusunara Enji“ geht durchaus wieder in Richtung des klassischen MUCC Sounds zurück und besticht mit starken Growls und Shouts sowie einem interessanten Gitarrensolo. „Fuzz“ gehört ebenfalls zu den experimentellen Songs des Albums. Ein Electro-Intro lässt zunächst aufhorchen, die anschließend einsetzende Mundharmonikamelodie geht schnell ins Ohr und spätestens mit dem einsetzenden Gesang Tatsurous hat der Song endgültig überzeugt und ein neuer Ohrwurm ist geschaffen. „Game“, ein eher ruhiger Song, führt den Hörer in eine gewisse melancholische Stimmung, die bei MUCC einfach ebenso dazu gehört wie schnelle Metalnummern.

„Flight“ hebt schließlich die Stimmung schnell wieder und entwickelt sich als ausgewogene Poprock Nummer, die schlicht und ergreifend Spaß macht. In „Anjelier“ überzeugt vor allem Tatsurous unglaubliche Kopfstimme, die einmal mehr der Beweis für seine begeisternde Klangbreite ist. „Chiisana Mado“, eine klassische Ballade, entfaltet zunächst eine einprägsame Gitarrenlinie, über die sich der sanfte Gesang Tatsurous legt. So schafft es der Song mühelos unter die Haut zu gehen. Klasse! Auch „Semishigure“ beweist sich als eher poprockigen Song, der allerdings mit interessanten Drumparts für die nötigen Hingucker sorgt und auch dank vielschichtiger Gitarrenlinien nicht langweilig wird. Der Titeltrack „Shion“ geht dagegen schon wieder mehr zur Sache. Orientalische Einschläge machen ihn interessant, doch gerade die harten Gitarrenriffs und Growls im Refrain zeigen, dass MUCC trotz aller Spielereien noch ganz sie selbst sind und ihr Sound nicht nur durch Stilmischungen bestimmt wird, sondern ihn vor allem interessanter und einzigartig macht. „Sorawasure“ ist erneut ein langsamer Track, der vor allem von Tatsurous Stimme, ihrem Vibrato und dem Gefühl, das sie transportiert lebt. Ein längerer Instrumentalpart rundet den Song dabei ideal ab. Mit „Shiva“ kehrt schließlich die gute Laune des Silberlings zurück, denn auch hier handelt es sich um einen eher fröhlichen Poprocksong mit deutlichen Ohrwurmqualitäten. Harte Gitarrenriffs und Shouts geben diesem Song genau die richtige Portion Abwechslung und Charakter, die den typischen MUCC Sound ausmachen. „Libra“ rundet den Longplayer schließlich ideal ab und hält gleichzeitig ein weiteres Spektrum von Tatsurous Stimmqualitäten bereit: Der Sänger beweist, dass er nicht nur in beeindruckender Stimmbreite singen kann, dass seine Shouts und Growls perfekt gesetzt sind, sondern dass er zusätzlich auch die Kunst des Rappens versteht. Hut ab!

Shion ist wahrscheinlich die abwechslungsreichste CD der japanischen Band, die bisher auf dem Markt erhältlich ist. Sie zeigt nicht nur große Veränderungen sondern vor allem den Ideenreichtum der Band und beweist gleichzeitig, dass Stilmischungen ohne große Probleme funktionieren können. Genau deshalb macht MUCC so viel Spaß und man kann nur hoffen, dass es noch viele Jahre so weiter gehen wird!

Anspieltipps:

  • Fuzz
  • Game
  • Chiisana Mado
  • Libra

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