iO - For The Masses - Cover
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iO For The Masses


  • Label: Rocker Team Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit iO wird von Henning Rümenapp (Gitarre), Stefan Ude (Bass) und Dennis Poschwatta (Schlagzeug) der nächste Schritt unternommen eine Reunion der Guano Apes (sollte überhaupt jemand darauf warten) weiter aufs Abstellgleis zu führen. Als Unterstützung haben sie sich den amerikanischen R&B-Sänger Charles Simmons ins Boot geholt, der zweifellos keine schlechte Wahl war, verleiht er den harten Rockbrettern, die die Ex-Guanos für ihn geschmiedet haben, schließlich einen einzigartigen souligen Touch. Das war es aber auch schon mit den Neuigkeiten. Das etwas plumpe Zugeständnis „For the masses“ braucht wohl ohnehin nicht näher erklärt werden und wie sich die Nachfolgeband zu den Guano Apes anhören wird, die 2004 sang- und klanglos in den Untergrund verschwunden waren, dürfte ebenfalls auf der Hand liegen.

Bratende Gitarren, das Strophe-Refrain-Strophe-System, dem sich gelegentlich eine Bridge reinschmuggelt und Stadionrock-taugliche Hooklines machen zwar auf dem Papier aus dem neuen Anlauf der ehemaligen Fledermauskackeaffen eine runde Sache, aber bereits nach dem ersten Durchgang ist klar, das es sich um ein recht konventionelles Rock-Album handelt, welches allerdings durch eine fetzige Darbietung für einige Kurzweil sorgen sollte. Trotzdem verlässt sich iO nicht einzig und allein auf ihr eigenes Material und schmettert Interessierten auf der Homepage gleich einmal eine Ankündigung entgegen („Wir brauchen eure Hilfe, um die erste Verkaufswoche unseres Albums so erfolgreich wie möglich zu machen - Bitte erzählt euren Freunden, eurer Familie und jedem, den ihr kennt, von iO.“), die ganz und gar nicht nach dem übriggebliebenem ¾ der erfolgsverwöhnten Guano Affen klingt.

Dabei dürfte vielen allein schon die charismatische Stimme von Simmons eine Hörprobe wert sein, denn der Junge hat es einfach drauf. Auf musikalischer Seite wird eigentlich alles aufgefahren, was im Rock schon immer gut funktioniert hat. Die pathetische Ballade mit einer Akustischen im Anschlag („When I fall“), harte Riffs („Stupid people“, „Legacy“, „Stand my ground“), ein dröhnender Wall aus Gitarre-Bass-Schlagzeug („Say something“, „Mind game“, „Fight back“, „Rage“) oder die rockige Halbballade („In you“). Im Falle von „The last to know“ gibt es sogar ein weibliches Gastfeature der amerikanischen Sängerin Kim Sanders, während „Attention“ noch von den „Walking on a thin line“-Aufnahmesessions stammen könnte. Wer sich allerdings fragt, was es mit dem Bandnamen auf sich hat, sollte folgende Erklärung zu Rate ziehen: „Die uns sympathischste – und wohl auch treffendeste – ist aber die: Vier kleine i’s geben den Input zu etwas Besonderem. Was am Ende dabei entsteht, ist ein großes ‚O’ – der große gemeinsame Output.“ Kann man verstehen, muss man aber nicht.

Anspieltipps:

  • Stupid People
  • Say Something
  • Stand My Ground
  • The Last To Know

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