Kill Karma - Kill Karma - Cover
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Kill Karma Kill Karma


  • Label: Daddy Kate/Radar Music
  • Laufzeit: 30 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Vom ersten Ton an brettert ungezwungener Rock durch die Boxen und man schreckt beinahe auf, als – an Stelle von englischem – spanischer Gesang einsetzt. Doch auch wenn die Worte unverständlich sein mögen, so bildet die Härte und Intensität von José Manuel Fernández’ (Gitarre, Gesang) Stimme, zusammen mit dem mitreißenden „Idolos“, ein stimmiges Gesamtbild.

Der Bandname Kill Karma lässt nicht gerade auf spanische Herkunft schließen und das hat auch seine Gründe. Neben dem bereits erwähnten Ferández und dem – ebenfalls spanischen – José Maria del Corro (Gitarre, Gesang), komplettieren die beiden Deutschen Markus Lutz (Synthesizer) und Thomas Lutz (Bass), sowie André Garcia (Schlagzeug) aus Brasilien die Multi-Kulti-Formation, die zum Glück nicht mit aller Macht versucht, jeden einzelnen Ländereinfluss in die Musik zu pressen. Ebenfalls angenehm fällt der Gesang von del Corro in „Ex-finge“ auf, da sich die weiche Stimme perfekt der ruhigeren Melodie anschmiegt. Insgesamt eine sehr stimmige Nummer, einer der stärksten Songs auf dem Debut von Kill Karma.

Nächster Titel, erneuter Partnerwechsel am Mikrofon. „El estigma“ schwingt gekonnt zwischen 80s Pop und Indie, allerdings hält mit dem Gesang von Fernández auch eine Prise Rock Einzug. Ein flottes Bassspiel eröffnet das zackige „Arde“. Zu schade, dass der Gesang auf Spanisch vollzogen wird, denn es wäre interessant zu erfahren, was Fernández da so empört zum brüllen bringt.

Del Corro: Übernehmen Sie!! Gesagt, getan. „El miedo“ als eingängiger Indie-Song wird vom passenden Gesang abgerundet. Außerdem positiv ins Gewicht fällt die Tatsache, dass die Lieder nicht unnötig ausgeschmückt und in die Länge gezogen werden. Eh man sich versieht, zieht die leichte Brise ab und wird vom Donnerappell in Form von „Imbécil“ abgelöst, Schreigesang inklusive. Dieser fängt aber spätestens bei „Quema“ an, gehörig am Nervenkostüm des Hörers zu zerren. Ein bisschen mehr Gesang und etwas weniger aggressives Sprechen wären an der ein oder anderen Stelle ratsam gewesen.

Das balladeske „Mi hogar“ wurde mit Fernández als ‚Sänger’ leider völlig fehlbesetzt und stellt so einen eher schwachen Abschluss eines sonst sehr erfrischenden Albums dar, das sich nicht an Sprachbarrieren stört, sondern neugierig macht auf mehr.

Anspieltipps:

  • Idolos
  • Ex-finge
  • El estigma
  • El miedo

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