Aborted - Strychnine.213 - Cover
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Aborted Strychnine.213


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Seit über 10 Jahren erfreuen uns Aborted nun schon mit ihrem melodisches Death Metal. Gegründet wurde die Band bereits 1995 von Sänger Sven de Caluwe, die erste Scheibe folgte 1999. Dabei stand bei der 5-köpfigen Formation immer ein Thema im Mittelpunkt der Texte: Massenmörder. Auch auf dem neuesten Werk „Strychnine.213“ stellt diese Problematik wieder das Zentrum des Albums dar. Die belgisch-britisch-französische Truppe bleibt auch auf der aktuellen Scheibe ihrem extrem-Metal-Stil treu und setzt mit dem harten Klängen ein deutliches Ausrufezeichen hin zu allen in letzter Zeit allzu glatt produzierten Death-Metal-Werken anderen Bands.

Dabei beginnt die Truppe das aktuelle, lediglich 37 Minuten lange Album mit einem ruhigen, fast gothicartig anmutenden Intro. Doch gleich das zweite Stück rückt die Dimensionen wieder gerade: Gnadenlos hämmert die Doublebase, gespielt vom durchweg überzeugenden Schlagzeuger Dan Wilding, ohne jegliche Möglichkeit zum Verschnaufen durch. Ein ruhigerer Bridge-Part wird im Anschluss jäh durch einen Trommelwirbel durchbrochen und erinnert dabei an „Bondage goat zombie“ von Belphegor. Das darauf folgende „135“ weist eine Spur von Hardcore auf, die sich wie ein roter Faden durch das komplette Album ziehen wird. Unterstützt wird dieser Eindruck auch durch die leicht quietschend anmutenden Gitarren vor dem etwas kurz geratenden Solo, das jedoch später noch ausgeweitet wird.

Etwas vermissen auf wird man die auf dem letzten Album grandios eingebundenen höheren Vocals, die diesmal sehr dezent eingesetzt werden. Jedoch werden diese Defizite durch wirklich interessante Gitarrenparts gut kompensiert. In „Pestiferous Subterfuge“ beispielsweise findet man ungewöhnlich melodische und trotzdem nicht an Härte einbüßende Abschnitte. Cleane Klänge leiten „A murmur in decrepit wits“ ein, bevor das Lied zunächst in einem schweren Black-Metal-Stück mündet. Im Anschluss gewinnt das Lied weiter an Fahrt ohne dabei jedoch seine Schwere zu verlieren. „Entirement of an idol“ legt dann im Anschluss gleich wieder ein mörderisches Tempo vor, auch die höheren Stimmen lassen sich endlich mal, jedoch leider wieder viel zu dezent, durchblicken. Dafür wird die Snare vermutlich bis an ihre Grenzen strapaziert und das Lied findet nach einem kurzen Stopp einen genialen, aggressiven Abschluss. Solotechnisch haben die Jungs auf dem aktuellen Werk einiges auf Lager: Nicht nur in „Avarice of vilification“ zeigt das Gespann um Sven Janssens und Sebastian Tuvi, wie gut sie mit ihren Brettern umgehen können. Mit „The obfuscate“ beenden die fünf Mannen ihre Scheibe, wie sie sie begonnen haben, laut, schnell und mehr als nur aggressiv.

Abortet zeigen mit ihrem achten Album die ganze Härte des Death Metal auf. Die europäische Formation macht dabei vieles richtig, aber auch einige Fehler. Dabei vermisst man vor allem die Abwechslung zwischen den einzelnen Stücken. Hier und da hätten die höheren Stimmen viel helfen können. Jedoch bekommt man mit „Strychnine.213“ ein ansehnliches Werk geboten und darf sich durchaus auf weitere Alben aus der Schmiede um Sänger de Caluwe freuen.

Anspieltipps:

  • Ophilatry on a hemocite platter
  • A murmur in decrepit wits
  • Entirement o fan idol

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