Equilibrium - Sagas - Cover
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Equilibrium Sagas


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 79 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Eigentlich war es ja nur für ein Konzert geplant“ erklärt Sänger Helge Strang, wenn er über die Gründung von Equilibrium im Jahr 2001 spricht. Jedoch lief der Auftritt der sechsköpfigen Formation so gut, dass man sich dazu entschloss doch zumindest noch ein Weilchen weiter zu machen. Sieben Jahre später erscheint nach 2003 das mittlerweile zweite Album der Münchner und aus dem kleinen musikalischen Ausflug ist ein wirklich außergewöhnliches Projekt geworden. Denn die Musikrichtung der Band würde sich wohl am besten so beschreiben lassen: Epischer Viking Metal mit Black Metal und Folk-Einflüssen durchzogen von einer Spur Power Metal. Oder anders gesagt, man findet eine Mischung zwischen Dimmu Borgir und In Extremo vor. Begonnen wurde mit den Aufnahmen direkt nach dem Wechsel der Plattenfirma Mitte 2006. Ähnlich wie beim ersten Album wurde das Release mehrere male verschoben und aus dem ursprünglich geplanten Frühjahr 2007 wurde der Sommer 2008. Dabei muss man sagen, dass sich die Wartezeit auf ganzer Linie gelohnt hat, denn was man hier auf knapp 80 (!) Minuten geboten kommt ist in keinster Weise von schlechten Eltern.

Ruhig und gemütlich beginnt „Prolog auf Erden“. Die Midtempoklänge werden verstärkt durch die langsamen und trotzdem gewaltigen orchestralen Parts. Doch dann hämmert die Doublebase los nur um die friedliche Idylle von mittelalterlichen Gefühlen jäh zu bremsen. Im darauffolgenden „Wurzelbert“ wird der Vergleich zu Dimmu Burgir schon etwas klarer, denn stimmlich erinnert Strang doch stark an die norwegische Formation. Darüber hinaus findet man aufgrund der Akkordeoneinlagen hier auch die beschriebenen Folk-Einflüsse vor. Es ist wirklich unglaublich faszinierend wie genial die Band es schafft, diese schwer miteinander vereinbaren Musikstile glaubhaft zu verbinden. Am Ende von „Blut im Auge“ jedoch hat man das Gefühl, dass Schlagzeug und Gitarre etwas aus den Rudern laufen. „Unbesiegt“ lässt im Anschluss den kleinen Ausrutscher wieder vergessen.

In diesen gut sechs Minuten stecken so viele musikalischen Ecken und Kanten drin, dass man den Song auch nach fünfmaligem Hören noch faszinierend findet. „Verrat“ schlägt dann wieder den Weg Richtung Black Metal ein und liefert weitere sechs Minuten musikalischen Genuss. Der Höhepunkt in Sachen musikalischer Faszination ist jedoch das letzte Stück „Mana“, welches ein 16 Minuten langes musikalisches Epos ist, der für sich allein eine CD wert wäre. Gefeilt werden muss jedoch noch an einer wirklich nicht unbedeutenden Baustelle: Der Abmischung der Lieder. Denn was sich hier teilweise geleistet wird ist fatal. Da überdecken Gitarren plötzlich alle anderen Instrumente oder die orchestralen Parts drücken das Schlagzeug in eine kaum noch zu hörende Ecke. Auch allgemein wirkt die Platte etwas matschig, was aber zu verschmerzen ist. Jedoch lässt man durch diese Fehler einiges an Potential liegen.

Im Großen und Ganzen kann man aber trotz allem von einer sehr gelungenen Leistung auf dem Zweitling sprechen. Auch die stetig wachsende Fangemeinde gibt der Band in dieser Hinsicht Recht. Wenn beim nächsten Album noch die angesprochenen Probleme behoben werden, sollte sicherlich ein noch besserer Eindruck drin sein. Bleibt nur zu hoffen, dass man bis zur nächsten CD nicht wieder so lange ausharren muss und des Öfteren vertröstet wird, denn dafür machen Equilibrium einfach zu viel Spaß beim Hören.

Anspieltipps:

  • Unbesiegt
  • Verrat
  • Mana

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